Versöhnung zwischen Palästinenserfraktionen Hamas und Fatah

Die Palästinensergebiete sind seit vielen Jahren nicht nur regional zweigeteilt, sondern auch politisch. Nun scheint die Versöhnung in Sicht: Die Fatah von Palästinenserpräsident Abbas hat dem von der Hamas angebotenen Frieden zugestimmt.

Hamas-Chef Ismail Haniya.
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Hamas-Chef Ismail Haniya.
Hamas-Chef Ismail Haniya. – (c) AFP

Die rivalisierenden Palästinenserorganisationen Hamas und Fatah haben sich nach Angaben von Hamas-Chef Ismail Haniya auf eine Versöhnung geeinigt. Die Beratungen fanden seit Dienstag hinter verschlossenen Türen in den Räumen des ägyptischen Geheimdiensts in Kairo statt.

Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas hat das Versöhnungsabkommen zwischen seiner Fatah-Bewegung und der radikalislamischen Hamas akzeptiert und begrüßt. Abbas sagte der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag, das in Kairo erreichte Abkommen sei eine "endgültige Vereinbarung" zur Beilegung des jahrelangen internen Konflikts. Er habe seine Delegation in Ägypten angewiesen, das Abkommen umgehend zu unterzeichnen, sagte Abbas.

Die Hamas herrscht seit 2007 im Gazastreifen. Die Gruppe setzte sich dort damals in einem regelrechten Putsch gegen Fatah-Einheiten durch, nachdem 2006 Streit wegen der Parlamentswahl ausgebrochen war. Die Fatah übte seither die Regierungsgewalt nur noch im israelisch besetzten Westjordanland aus und ist auch der international weitgehend anerkannte Vertreter der Palästinenser. Hamas und Fatah hatten zuletzt auf Druck Ägyptens Gespräche über eine Einheitsregierung sowie Neuwahlen aufgenommen.

Bildung einer Einheitsregierung für Palästinensergebiete

Ein besonders kontroverses Thema war bei diesen Verhandlungen die Zukunft des bewaffneten Arms der Hamas. Ihm gehören nicht weniger als 25.000 Mann an, und diese Islamisten haben bisher erklärt, dass sie sich nicht entwaffnenen lassen werden.

Die radikalislamische Hamas ist nach der Fatah die größte Palästinenser-Organisation. Die Fatah dominiert die PLO (Palästinensische Befreiungsorganisation). Diese palästinensische Dachorganisation ist international als Vertretung des palästinensischen Volkes anerkannt. Die Hamas, die Israel das Existenzrecht abspricht, auf Gewalt im Konflikt mit Israel nicht verzichten will und bisher getroffene Abkommen mit Israel nicht anerkennt, gehört der PLO nicht an. Sie wird von den USA und der Europäischen Union als Terrorgruppe eingestuft.

Im September hatte die Hamas verkündet, sie lade die international anerkannte Regierung von Palästinenser-Präsident Abbas im Westjordanland dazu ein, "in den Gazastreifen zu kommen und ihre Aufgaben sofort zu übernehmen". Damals herrscht Skepsis, weil schon frühere Versöhnungsversuche gescheitert waren. In dem Küstenstreifen leben rund zwei Millionen Menschen.

(APA/Reuters)

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