Afghanistan: "Ausstattung der Bundeswehr ein Drama"

Die Ausrüstung der deutschen Truppen in Afghanistan sei in einem dramatischen Zustand, warnt der Wehrbeauftragte des Bundestags. Schuld sei die Bürokratie. Die Soldaten fühlten sich vernachlässigt.

Afghanistan Ausstattung Bundeswehr Drama
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(c) AP (Musadeq Sadeq)

Der Wehrbeauftragte des Bundestags schlägt Alarm: Die Ausrüstung der Bundeswehr in Afghanistan sei in einem dramatischen Zustand, warnt Hellmut Königshaus. Die Schuld gibt er der deutschen Bürokratie. Dringend benötigte Minenräum- oder Sanitätsfahrzeuge könnten nicht angeschafft werden, weil sie deutschen Zulassungsnormen nicht entsprächen, sagte Königshaus der "Sächsischen Zeitung" (Freitagausgabe).

Die Ausstattung der deutschen Bundeswehr im Afghanistan-Einsatz sei insgesamt "ein Drama". Neben wichtigen Rüstungsgütern fehlten auch Möbel für die Quartiere, Feldbetten, Gefechts- und Übungsmunition, sagte Königshaus. Die Soldaten fühlten sich vernachlässigt.

"Schutzwirkung muss Vorrang haben"

"Wir müssen abwägen zwischen der Alltagsgefahr, für die unsere deutschen Normen gedacht sind, und den im Einsatz existierenden Gefahren durch Beschuss oder Sprengladungen", sagte der Wehrbeauftragte. Sicherheit müsse Vorrang haben vor Vorschriften.

Als Beispiel nannte Königshaus ein Sanitätsfahrzeug auf Basis des Truppentransporters "Dingo", das für die deutsche Bundeswehr nicht zugelassen werde, weil die Stehhöhe im Innenraum nicht ausreiche. Das Fahrzeug werde aber vom Österreichischen Bundesheer eingesetzt. "Das demotiviert die Leute natürlich schon sehr", sagte der FDP-Politiker. "Sie sind in einer exponierten Situation - auch was die Sicherheitslage angeht - und haben den Eindruck, dass sie vernachlässigt werden."

(APA/dpa)

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