Mubarak: Wird der ''Pharao'' zum Tode verurteilt?

Ägyptens Ex-Staatschef Hosni Mubarak muss sich zurzeit vor Gericht in Kairo verantworten. Aufgrund seines Gesundheitszustandes macht er seine Aussagen aus dem Krankenbett.

Mubarak, der von 1981 bis vergangenen Februar herrschte, ist wegen tödlicher Gewalt gegen Demonstranten und Amtsmissbrauchs angeklagt. Ihm droht die Todesstrafe.

Mubaraks Leben im Rückblick ...(c) AP (Egyptian State TV)

Geboren wurde Mohammed Hosni Mubarak am 4. Mai 1928 in Kafr Al Moseilha, einem Fellachendorf in Unterägypten. Er absolvierte die Militärakademie und gehörte Ende der Fünfzigerjahre zu einer ersten Gruppe von Offizieren, die in die Sowjetunion geschickt wurden.(c) EPA (Khaled El-Fiqi)

In den Siebzigerjahren war er stellvertretender Verteidigungsminister, Oberbefehlshaber der Luftwaffe und schließlich Vizepräsident.(c) Reuters (STR)

Das Amt des Staatschefs übernahm Mubarak im Oktober 1981, nachdem sein Vorgänger, Anwar al-Sadat, einem Attentat islamischer Extremisten zum Opfer gefallen war. In den nächsten Jahren führte Mubarak sein Land, das nach dem Friedensvertrag 1979 mit Israel in der Region isoliert war, wieder in den Kreis der arabischen Staaten zurück.(c) AP

Damit geriet Mubarak in die Schusslinie der militanten Islamisten. 1995 und 1999 war er Ziel eines Attentats. Außerdem kam es zu blutigen Terroranschlägen auf Touristen, 1997 in Luxor, 2004 im Badeort Taba, 2005 in Sharm-el-Sheikh und 2009 in Kairo.(c) AP (Amr Nabil)

So ist es denn auch die islamistische Bedrohung, die der autokratisch regierende Mubarak zur Legitimation seiner Macht anführt. Der 1981 verhängte und seitdem regelmäßig verlängerte Ausnahmezustand erlaubt es dem Präsidenten, Kritiker zu maßregeln und missliebige Stimmen zum Verstummen zu bringen.(c) Reuters (Kevin Lamarque)

Auf den wachsenden Druck, demokratische Reformen zuzulassen, reagierte Mubarak zunächst mit einer Verfassungsänderung. Im September 2005 fand erstmals eine Präsidentenwahl mit mehreren Kandidaten statt. Seinen schärfsten Gegner musste der Amtsinhaber dabei nicht fürchten: Die Islamisten waren nicht zur Wahl zugelassen.(c) AP (Bill Foley)

Bei den Parlamentswahlen im November 2010 konnte Mubarak einen haushohen Sieg seiner Nationaldemokratischen Partei (NDP) verzeichnen. Alle Minister seiner Partei und Parlamentspräsident Fathi Surur konnten ihre Sitze im Parlament halten. Die Opposition warf Mubarak schwere Unregelmäßigkeiten vor.(c) AP (Anonymous)

Im Februar gingen in ganz Ägypten Massen gegen Mubarak auf die Straße. Zunächst wehrte sich der Langzeit-Herrscher gegen seinen Rücktritt, am 11. Februar gab er dem Druck dann schließlich doch nach. Ein Militärrat übernahm vorläufig die Macht im Land.(c) AP (Tara Todras-Whitehill)

Nach seiner Abdankung überschlugen sich die Meldungen über Mubaraks schlechten Gesundheitszustand - er würde sich auf der Sinai-Halbinsel auf seinen Tod vorbereiten, vermeldeten saudi-arabische Medien.

Bis zum Beginn seines Gerichtsprozesse im August 2011 verschwand der Ex-Präsident von der Bildfläche.(c) AP (Manish Swarup)
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