Iran-Krise: Obama schickt Warnung an Khamenei

Der US-Präsident richtet dem geistlichen Führer des Iran über geheime Kanäle aus, dass eine Blockade der Straße von Hormuz eine Reaktion provozieren würde.

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Iran-Konflikt: Obama schickt Warnung an Khamenei
Ayatollah Ali Khamenei – (c) AP (Hasan Sarbakhshian)

Die USA verschärfen den Druck auf den Iran. US-Präsident Barack Obama hat jetzt eine Warnung direkt an den geistlichen Führer des Iran, Ayatollah Ali Khamenei, gerichtet. Das berichtete die "New York Times" am Freitag. Demnach richtete Obama Khamenei aus, dass eine Blockade der Seestraße von Hormuz die Überschreitung einer "roten Linie" bedeuten und eine Reaktion der USA provozieren würde. Obama soll die Botschaft über "geheime Kanäle" übermittelt haben.

Teheran droht im Streit über sein Atomprogramm mit der Schließung der Straße von Hormuz, sollten die USA und Europa Ölimporte aus dem Iran stoppen. Das US-Militär erklärte, es werde in diesem Fall die Straße wieder öffnen. Durch die Straße von Hormuz gehen rund 40 Prozent des weltweit auf dem Seeweg transportierten Öls.

"Straße von Hormuz hält mich nachts wach"

Der "New York Times" zufolge geht die US-Regierung weiterhin davon aus, dass es sich bei der Drohung des iranischen Regimes vor allem um einen Versuch handelt, den Ölpreis in die Höhe zu treiben. Dennoch sorgt sie für Nervosität. "Wenn Sie mich fragen, was mich nachts wach hält, dann sind es die Straße von Hormuz und das, was derzeit im Arabischen Golf passiert", zitiert die Zeitung Jonathan W. Greenert, Admiralstabschef der US-Navy.

Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran haben sich diese Woche durch den Anschlag auf einen iranischen Atomwissenschafter noch weiter verschärft. Der Iran macht Israel und die USA für das Attentat verantwortlich.

Ahmadinejad: "Volk wird widerstehen"

Irans Präsident Mahmoud Ahmadinejad beklagte am Freitag, der Westen habe sich für weiteren Druck auf den Iran entschieden: "Sie beleidigen unser Land und unser Volk. Es ist klar, dass das iranische Volk widerstehen wird", sagte er im ecuadorianischen Quito.

Die Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Atomprogramm seien nur ein Vorwand, betonte der Präsident. Alle Welt wisse, dass Teheran nicht nach dem Bau von Atombomben strebe. Das eigentliche Problem für den Westen seien der "Fortschritt und die Unabhängigkeit" des Landes.

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(c) APA

Der Westen wirft Teheran vor, unter dem Deckmantel seines zivilen Atomprogramms heimlich am Bau von Atomwaffen zu arbeiten. Die iranische Führung weist das zurück.

Iran auf dem Weg zur Bombe: Chronologie des Atomstreits

(Red.)

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