Barack Obama verschärft Drohungen gegen den Iran

Die scharfen UN-Sanktionen gegen den Iran zeigten schon Wirkung, sagte Obama. Israels Premier Benjamin Netanjahu geißelt "Angriffspalaver" von Politikern und Militärs.

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(c) AP (Susan Walsh)

Jerusalem/Ag. So scharf wie selten hat US-Präsident Barack Obama den Iran vor dem Bau von Atomwaffen gewarnt: Washington werde „alles in seiner Macht stehende tun, damit der Iran keine Atomwaffe bekommt“, sagte Obama im Licht eines möglichen israelischen Militärschlags gegen iranische Atomanlagen.

Die USA würden indes weiter auf eine diplomatische Lösung im Atomstreit setzen. Die scharfen UN-Sanktionen gegen den Iran zeigten aber schon Wirkung, sagte Obama. Die USA und die EU hatten zuletzt ihre bilateralen Sanktionen gegen den Iran drastisch verschärft, um Teheran zum Einlenken zu bewegen. Der Westen verdächtigt den Iran, unter dem Deckmantel eines zivilen Programms nach A-Waffen zu streben.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat nach Medienberichten seinen Ministern und Generälen verboten, weiter über mögliche Militärschläge gegen iranische Atomanlagen zu reden: Sie sollten demnach nicht länger über Angriffe „palavern“. Wie die Zeitung „Maariv“ berichtet, sagte Netanjahu bei einem Treffen mit den Ministern seiner Likud-Partei, solche Äußerungen verursachten „enormen Schaden“, sie schürten den Eindruck, dass Israel eine „Offensive“ betreibe und die internationalen Sanktionen gegen den Iran wegen dessen Atomprogramms untergrabe.

 

Panetta: Angriff im Frühjahr

Ein hoher Beamter sagte demnach auch, der Premier wolle den Eindruck vermeiden, Israel wolle die USA in einen Krieg verwickeln – das würde die nationalen Interessen der USA schädigen und ihr Verhältnis zu Israel erschüttern. Netanjahu habe vor allem Verteidigungsminister Ehud Barak, Vizepremier Mosche Jaalon sowie Generäle „zurechtgestutzt“, die wiederholt Kriegsandeutungen gemacht hatten.

Auch US-Verteidigungsminister Leon Panetta hatte laut US-Medien zuletzt von einem Angriff Israels im Frühjahr gesprochen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.02.2012)

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