Klarer Sieg für Romney bei US-Vorwahlen in Florida

Favorit Mitt Romney erobert 46 Prozent der Stimmen. Konkurrent Newt Gingrich zeigt sich kämpferisch: "Wir werden an jedem Ort antreten".

Klarer Sieg fuer Romney
Schließen
Klarer Sieg fuer Romney
(c) Reuters (Mike Carlson)

Mit einem deutlichen Sieg in Florida hat Mitt Romney wieder die Favoritenrolle im Kampf um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner in den USA übernommen. Romney gewann die Vorwahlen in dem bevölkerungsreichen Staat am Dienstag (Ortszeit) mit 14 Prozentpunkten Vorsprung auf seinen Rivalen Newt Gingrich. Während der Ex-Gouverneur von Massachusetts von einem "großartigen Sieg" sprach, gab sich Gingrich kämpferisch.

Nach Auszählung aller Stimmen erhielt Romney 46 Prozent. Gingrich, der mit einem Sieg bei den Vorwahlen in South Carolina vor gut einer Woche das Rennen wieder spannend gemacht hatte, kam dagegen nur auf 32 Prozent. Auf den christlich-konservativen Ex-Senator Rick Santorum entfielen 13, auf den ultra-liberalen, texanischen Abgeordneten Ron Paul sieben Prozent.

Romney an Obama: "Zeit, zur Seite zu treten"

Trotz der Schlammschlacht der vergangenen Tage prophezeite Romney in seiner Siegesrede, dass die Republikaner geschlossen in den Wahlkampf gegen Präsident Barack Obama im Herbst gehen würden. "Eine konkurrenzbetonte Vorwahl bringt uns nicht auseinander", sagte der Ex-Gouverneur. "Sie bereitet uns vor, und wir werden gewinnen." An die Adresse des Demokraten Obama fügte er vor seinen Anhängern in Tampa hinzu: "Jetzt ist es Zeit für Sie, zur Seite zu treten."

Der Multimillionär Romney hatte seine Attacken gegen Gingrich verschärft, nachdem der Ex-Chef des Repräsentantenhauses ihm in Umfragen auch in Florida gefährlich geworden war. Mit einer Flut an TV- und Radiospots rückte der Ex-Gouverneur seinen Kontrahenten in ein schlechtes Licht. Gingrich konnte dagegen nur einen Bruchteil der Ausgaben des finanzstarken Romney-Lagers in Wahlspots stecken. Gingrich warf Romney dafür immer wieder dessen frühere Tätigkeit als Unternehmerberater vor, bei der er Firmen stillgelegt, Jobs vernichtet und dabei selbst Millionen verdient habe.

Ungeachtet der Niederlage in Florida zeigte sich Gingrich überzeugt, dass er weiter gute Chancen auf die Nominierung der Republikaner habe. "Wir müssen in den nächsten sechs Monaten die Macht des Geldes mit der Macht des Volkes besiegen", sagte Gingrich, der seinem Rivalen demonstrativ nicht zum Sieg gratulierte.  Aufgeben will Gingrich jedenfalls nicht: "Wir werden an jedem Ort antreten." Der 68-Jährige präsentierte sich erneut als der Kandidat des konservativen Flügels und nannte Romney einen "Moderaten aus Massachusetts".

Santorum und Paul machen weiter

Mit dem Ergebnis in Florida sei nun "klar", dass der Kampf um die Kandidatur zwischen ihm und Romney ausgetragen werde, sagte er. Santorum erklärte jedoch umgehend, dass er das konservative Feld nicht Gingrich überlassen werde. Auch Paul will weiter im Rennen bleiben.

Für Romney ist der Erfolg in Florida nach New Hampshire der zweite Sieg bei einer Vorwahl. Beim hauchdünnen Ausgang in Iowa war der Ex-Gouverneur Anfang Jänner zunächst zum Gewinner erklärt worden, nach einer Überprüfung der Ergebnisse hatte die Partei den Sieg aber schließlich Santorum zugesprochen. In South Carolina schaffte es Gingrich auf Platz eins.

Die Vorwahlen in Florida, dem mit rund 19 Millionen Einwohnern viertgrößten Bundesstaat der USA, waren die bisher bedeutendste Etappe im republikanischen Nominierungsmarathon. Romney stellte damit vor allem seine Wählbarkeit in der breiten Bevölkerung unter Beweis: Anders als der kleine Agrar-Staat Iowa, das liberale New Hampshire oder das erzkonservative South Carolina gilt Florida mit seinem hohen Bevölkerungsanteil an Latinos als Abbild der ganzen Nation. Obama hatte seinen Wahlsieg 2008 auch dem starken Abschneiden unter Latinos zu verdanken. Romney konnte bei der Vorwahl bei den Latinos sowie bei Frauen punkten.

"Super-Tuesday" am 6. März

Die nächsten Vorwahlen finden am Samstag in Nevada und Maine statt. Meinungsforscher sagen hier erneut einen klaren Sieg von Romney voraus. Richtig spannend dürfte es aber erst am sogenannten "Super-Tuesday", Dienstag 6. März, werden, wenn in rund zehn US-Staaten zugleich abgestimmt wird. Darunter sind auch konservative Südstaaten wie Georgia, wo erneut Gingrich punkten könnte. Die offizielle Kandidatenkür findet auf dem Parteitag der Republikaner im August statt. Insgesamt sind dabei 1.144 Delegiertenstimmen nötig. Romney gewann in Florida alle 50 Delegiertenstimmen.

Die eigentliche Präsidentschaftswahl ist am 6. November. Das Weiße Haus bereitet sich bereits seit Monaten auf Romney als wahrscheinlichsten Gegner vor. Umfragen zufolge dürften sich Obama und Romney ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern.

(Ag.)

Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.