Luftabwehrübung im Iran, Raketenabwehrtest in Israel

Die iranische Armee hält eine Übung zum Schutz der Atomanlagen ab. Gleichzeitig treffen Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde ein.

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Luftwehrübung im Iran, Raketenabwehrtest in Israel
Iran Militärparade – (c) EPA (Abedin Taherkenareh)

Der Iran hat am Montag mit Luftabwehrübungen begonnen. Das viertägige Manöver diene der Stärkung der Luftabwehr des Landes insbesondere zum Schutz der Atomanlagen, erklärte die amtlichen Nachrichtenagentur IRNA. Am selben Tag traf in Teheran eine Delegation der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ein, um offene Fragen zur möglichen militärischen Dimension des iranischen Atomprogramms zu klären.

Der Westen verdächtigt den Iran, unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms am Bau einer Atombombe zu arbeiten. Teheran weist dies zurück. Insbesondere Israel empfindet das Programm als Bedrohung und schließt einen Militärangriff auf die Atomanlagen nicht aus.

Israel stellt Raketenabwehrsystem bei Tel Aviv auf

Die israelische Armee will in dieser Woche im Großraum Tel Aviv ein Raketenabwehrsystem aufstellen und prüfen. Eine Militärsprecherin in Jerusalem teilte am Montag mit, es handle sich um eine jährliche "Routineübung". Das System "Eisenkuppel" solle nur für einige Tage stationiert bleiben.

Bisher wurde das Raketenabwehrsystem vor allem im Umland des palästinensischen Gazastreifens als Warnsystem gegen den fortwährenden Raketenbeschuss durch militante Palästinenser eingesetzt.

Vor dem Hintergrund des Atomstreits mit dem Iran und Spekulationen über einen möglichen Angriff Israels sorgte die geplante Übung im Großraum Tel Aviv für Aufsehen. Tel Aviv gilt als Hauptziel möglicher Raketenangriffe bei einem neuen Nahost-Krieg.

Ein Angriff auf iranische Atomanlagen würde die israelische Luftwaffe nach Einschätzung von Militärexperten auf eine sehr harte Probe stellen. Die Piloten müssten mehr als 1600 Kilometer über feindliches Gebiet fliegen, unterwegs in der Luft auftanken, die iranische Luftabwehr überwinden und mehrere unterirdische Nuklearanlagen gleichzeitig angreifen, schreibt die "New York Times" am Sonntag (Ortszeit) in ihrer Online-Ausgabe.

Israel müsste nach Einschätzung von US-Sicherheitsexperten mindestens 100 Flugzeuge einsetzen. Damit würde sich ein möglicher Angriff deutlich von den gezielten Luftschlägen gegen den mutmaßlichen Reaktor in Syrien im Jahre 2007 sowie den irakischen Atomreaktor Osirak im Jahre 1981 unterscheiden, heißt es.

US-Sicherheitsberater Donilon in Israel

Tom Donilon, Nationaler Sicherheitsberater von US-Präsident Barack Obama, traf am Sonntag in Jerusalem mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu zusammen. Nach israelischen Medienberichten will Donilon Israel von einem Angriff auf den Iran abhalten und davon überzeugen, den Sanktionen gegen Teheran zuerst eine Chance zu geben.

Netanjahu hatte mehrmals erklärt, Israel müsse notfalls auch auf eigene Faust gegen die Bedrohung durch das iranische Atomprogramm vorgehen. Das erklärten auch Staatspräsident Shimon Peres und Verteidigungsminister Ehud Barak gegenüber dem französischen Ex-Premier Laurent Fabius, wie das Pariser Nachrichtenmagazin "L'Express" berichtete.

"Keine Engpässe" durch Ölembargo

Das von der iranischen Führung verhängte Ölembargo gegen Frankreich und Großbritannien wird indes nach Einschätzung der Regierungen in Paris und London zu keinerlei Engpässen führen. Die französischen Unternehmen hätten bereits im Vorfeld den Kauf von iranischem Öl gestoppt, kommentierte ein Sprecher des Außenministeriums am Montag. Hintergrund seien die am 23. Jänner beschlossenen EU-Sanktionen gewesen. Sie sehen unter anderem vor, die Öleinfuhren aus dem Iran spätestens zum 1. Juli einzustellen, um das Land zur Aufgabe seines umstrittenen Atomprogramms zu bewegen.

(Ag.)

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