Falkland-Krieg: Der Kampf um „ein paar eisige Felsen“

Eine verschlafene kleine Inselgruppe vor Südamerika rückte vor 30 Jahren in den Mittelpunkt der Weltöffentlichkeit. Mit der Besetzung der Falkland-Inseln begann am 2. April 1982 ein Krieg, der fast 900 Menschen das Leben kosten sollte.(c) REUTERS (© Marcos Brindicci / Reuters)

Rückblick: Die Vorgeschichte

Die erste Siedlung wurde 1764 von Frankreich auf dem Ostteil der Inselgruppe gegründet. Zwei Jahre später nahmen die Briten die West-Falklands in Besitz. Frankreich verkaufte seine Kolonie bald an die Spanier. Als diese 1811 abzogen, sahen sich die Argentinier als legitime Nachfolger und beanspruchten auch den britischen Teil. 1833 vertrieben die Briten die Argentinier von der Inselgruppe.(c) AP

Über 140 Jahre später putschte sich in Argentinien das Militär an die Macht. Ende 1981 übernahm General Leopoldo Galtieri das Ruder und versprach seinen Landsleuten die baldige „Rückeroberung“ der Islas Malvinas, wie sie in Argentinien heißen.(c) Reuters

Der Angriff

Am 2. April 1982 landen rund 5000 argentinische Soldaten auf den Falklands und besetzen die Hauptstadt Port Stanley. Die Briten haben nur 80 Mann auf der Inselgruppe stationiert. Bei ihrem Abwehrkampf töten sie nach unterschiedlichen Angaben ein bis siebzehn Argentinier, müssen sich aber nach kurzem Kampf ergeben.(c) REUTERS (© STRINGER Argentina / Reuters)

Am 5. April sendet die britische Premierministerin Margaret Thatcher 36 Kriegsschiffe mit 5000 Soldaten los. „Das Imperium schlägt zurück“, titelt die Presse. In ihren Memoiren wird Thatcher später über ihre Entscheidung schreiben: „Was war schließlich die Alternative? Dass ein Schrebergarten-Diktator über Ihrer Majestät Untertanen regieren und sich mit Lug und Gewalt würde durchsetzen dürfen? Nicht, so lange ich Premierministerin war.“

Die Vereinten Nationen und die USA versuchen noch, politisch zu vermitteln. Er könne nicht verstehen, warum sich zwei Staaten um „ein paar eisige Felsen“ streiten, meint US-Präsident Ronald Reagan. Die diplomatischen Missionen scheitern aber.(c) REUTERS (© STR New / Reuters)

Am 1. Mai, noch während die britische Entsatzflotte herandampft, erfolgt der erste britische Gegenschlag auf den Falklands: Ein strategischer Bomber vom Typ "Vulcan", der von der Insel Ascension im Mittelatlantik über eine Distanz von hin und retour fast 13.000 Kilometer und durch Lufttanker unterstützt operiert, wirft in der Operation "Black Buck 1" 21 je rund 500 Kilogramm schwere Bomben auf den Flughafen von Port Stanley. Drei argentinische Soldaten sterben, ein Flugzeug wird beschädigt, der Effekt ist aber insgesamt gering, die Startbahn wieder rasch repariert. Sechs weitere Black-Buck-Angriffe bis Mitte Juni sind ebenfalls von gar keiner oder nur bescheidener Wirkung.(c) RAF/Griffiths911

Am 2. Mai treffen zwei Torpedos des britischen U-Boots „Conqueror“ den argentinischen Kreuzer „General Belegrano“. Der Kreuzer sinkt, 323 von 1093 Besatzungsmitgliedern werden getötet. Die argentinische Flotte kehrt daraufhin in ihre Heimathäfen zurück.(c) AP (Str)

Zwei Tage später wird ein britisches Schiff bei argentinischen Luftangriffen getroffen: Der Zerstörer „HMS Sheffield“ brennt aus, 20 Seeleute kommen ums Leben.

(Bild: Argentinischer Soldat vor abgeschossenem britischen Kampfflugzeug)(c) REUTERS (© STR New / Reuters)

Die britische Landung auf den Falkland-Inseln beginnt am 21. Mai. Sieben Tage später erobern die Soldaten die Siedlung Goose Green, Port Darwin und zwei weitere Orte. Am 11. Juni beginnt der Kampf um Port Stanley.

(Bild: Gefangene argentinische Soldaten)(c) AP (MARTIN CLEAVER)

Am 14. Juni um 21 Uhr Ortszeit unterzeichnet der argentinische General Mario Menendez die Kapitulationsurkunde (Bild). Über Port Stanley weht wieder der Union Jack.

Die Opfer-Bilanz des 72-tägigen Krieges: 650 argentinische und 250 britische Soldaten sind tot.(c) REUTERS (© POOL New / Reuters)

Der Sieg wird zum Triumph für Thatcher und macht sie endgültig zur „Iron Lady“. Vor dem Konflikt war die Premierministerin im Umfragetief, man gab ihr keine Chance auf eine Wiederwahl. Nun bringt der militärische Erfolg die Tories um zehn Prozentpunkte in der Wählergunst nach vorne. Im Folgejahr gelingt Thatcher mit großer Mehrheit die Wiederwahl.(c) ASSOCIATED PRESS

Der argentinische General Galtieri muss drei Tage nach der Kapitulation zurücktreten. Nach Wiederherstellung der Demokratie wird er zu zwölf Jahren Haft verurteilt, 1986 aber begnadigt. Galtieri stirbt 2003 im Alter von 76 Jahren an Krebs.(c) EPA (FELIPE TRUEBA)

Die Lage 30 Jahre danach

Vor dem 30. Jahrestag ist der Konflikt um die Falklands erneut aufgeflammt. Anfang des Jahres schickte Großbritannien ein Kriegsschiff zu den Inseln. Mitte März bekräftigte der argentinische Senat den Anspruch auf die „legitime“ Herrschaft über die Inselgruppe.(c) REUTERS (© Reuters Photographer / Reuters)

Die argentinische Regierung rief die Unternehmen des Landes auf, den Import britischer Produkte zu reduzieren. Außerdem überredete sie ihre Verbündeten in der Region, Schiffen unter der Falklandflagge das Anlegen zu verweigern.(c) Reuters

Der Grund für das Wiederaufflammen des Konflikts: Im Meeresboden bei den Falklands werden große Ölvorkommen vermutet. Ein britisches Unternehmen führt seit vergangenem Jahr neue Probebohrungen durch. Argentinien wandte sich vergebens an die Vereinten Nationen, um die Bohrungen zu verhindern.(c) REUTERS (MARCOS BRINDICCI)

Die 3000 Bewohner der Falklands wollen jedenfalls bei Großbritannien bleiben. Sie leben vor allem von der Fischerei und der Schafzucht. „Das Klima ist rau und die Landschaft eintönig. Aber wir finden es schön“, sagt Jan Cheek, einer von acht Parlamentsabgeordneten. Der Weg ins „Mutterland“ ist weit: Nur einmal pro Woche startet ein Flugzeug Richtung Chile, alle zwei Wochen eine Militärmaschine nach Großbritannien.(c) REUTERS (MARCOS BRINDICCI)

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