China sperrt politische Internetseiten

Websites die auf einem linken, maoistischen oder demokratischen Weg beharren, sind betroffen. Die Kommunistische Partei will offenbar Diskussionen vor dem geplantem Führungswechsel im Herbst unterbinden.

China weitet die Kontrolle über das Internet aus
Schließen
China weitet die Kontrolle über das Internet aus
China weitet die Kontrolle über das Internet aus – (c) AP (Ng Han Guan)

China hat am Freitag den Zugriff auf mindestens drei beliebte politische Webseiten im Internet gesperrt. Betroffen sind unter anderem "Utopia" und "Maoflag", die einen linken Kurs sowie die Einhaltung maoistischer Prinzipien propagieren. Die herrschende Kommunistische Partei will mit der Zensur offenbar politische Diskussionen vor dem geplanten Führungswechsel im Herbst unterbinden. "China ist kein demokratisches Land, und die Übergabe an die nächsten Führer ist schwierig" sagte der Politikwissenschaftler Zhang Ming von der Peking-Universität.

In Diskussionsforen auf "Utopia" und "Maoflag" hatten Nutzer viel Sympathie für den abgelösten Parteichef der Stadt Chongqing, Bo Xilai, geäußert. Dessen Absetzung am 15. März hatte Gerüchte über interne Macht- und Fraktionskämpfe in der Kommunistischen Partei ausgelöst. In Blogs machten gar Gerüchte von einem bevorstehenden Putsch die Runde.

Auch die Seite "Chinaelections.org", die demokratische Reformen vorantreiben will, wurde gesperrt. China hatte nach Gerüchten über einen Putsch zuvor bereits soziale Medien einer Zensur unterzogen und dutzende Websites gesperrt.

(APA)

Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.