„Iran braucht drei Jahre kein Öl verkaufen“

Irans Präsident prahlt vor Atomgipfel mit Gold- und Devisenreserven. Aus dem Weißen Haus hieß es, Priorität sei nun, dass der Iran sein Uran nicht mehr auf 20 Prozent anreichere.

Schließen
(c) AP (Hasan Sarbakhshian)

Teheran/Ag. Vor dem Atomgipfeltreffen der letzten Chance in Istanbul markiert Irans Präsident Mahmoud Ahmadinejad Unnachgiebigkeit. „Wir haben so viele Devisen, dass wir das Land auch dann führen können, wenn wir zwei oder drei Jahre kein einziges Fass Öl verkaufen“, sagte er. Irans Gold- und Devisenreserven seien „ohne Beispiel in der Geschichte“.

Möglicherweise meldete sich hier jedoch jemand zu Wort, der im iranischen Machtgefüge längst ausgebootet ist. Medienberichten zufolge hat Revolutionsführer Ali Khamenei die Atomagenda ganz an sich gerissen. Er war auch direkter Adressat eines Verhandlungsangebots, das US-Präsident Barack Obama unlängst durch den türkischen Premier Recep Tayyip Erdoğan in Teheran überbringen ließ. Obama gesteht darin dem Iran das Recht auf ein ziviles Atomprogramm zu, fordert aber, die hochgradige Anreicherung von Uran einzustellen.

Aus dem Weißen Haus hieß es, Priorität sei nun, dass der Iran sein Uran nicht mehr auf 20 Prozent anreichere und die unterirdische Anlage in Fordo schließe. Teheran signalisierte Einlenken. Der Iran könne seine Produktion des auf 20 Prozent angereicherten Urans, das für einen Forschungsreaktor bestimmt sei, einstellen, sagte der Leiter des iranischen Atomprogramms Fereidun Abbasi. Details sollen am Samstag besprochen werden, wenn in Istanbul Vertreter des Iran und der 5+1-Gruppe (USA, Russland, Frankreich, Großbritannien, China, Deutschland) zusammentreffen.

 

„Terrorgruppe aus Israel“

Inzwischen gab Irans Geheimdienstministerium bekannt, es habe eine israelische Terrorgruppe im Iran enttarnt und mehrere Mitglieder festgenommen. Dabei sei eine beträchtliche Anzahl von Bomben und Maschinengewehren beschlagnahmt worden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.04.2012)

Lesen Sie mehr zum Thema

Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.