Iran stoppt Ölausfuhren nach Deutschland

Frankreich und Großbritannien erhalten ebenfalls kein iranisches Öl mehr. Am Samstag beginnen Gespräche über das Atomprogramm Teherans. Präsident Ahmadinejad brüstet sich im Vorfeld mit den Devisenreserven des Landes.

Die iranische Flagge vor einer Ölplattform im persischen Golf
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Die iranische Flagge vor einer Ölplattform im persischen Golf
Die iranische Flagge vor einer Ölplattform im persischen Golf – (c) REUTERS (Raheb Homavandi)

Der Iran hat laut iranischen Medienberichten die Ölausfuhren nach Deutschland gestoppt. Nach dem Exportstopp für Frankreich und Großbritannien seien nun auch die Ausfuhren für Deutschland eingestellt worden, berichtete der arabischsprachige Sender Al-Alam am Mittwoch. Auch nach Italien würden die Ausfuhren demnächst gestoppt. Die EU-Staaten hatten am 24. Jänner wegen des umstrittenen iranischen Atomprogramms beschlossen, schrittweise bis zum 1. Juli ein Ölembargo gegen den Iran durchzusetzen. Daraufhin hatte Teheran seinerseits einen Lieferstopp angekündigt. Am Dienstag betonte der Iran seine Unabhängigkeit von Ölexporten. Präsident Mahmoud Ahmadinejad prahlte: „Wir haben so viele Devisen, dass wir das Land auch dann führen können, wenn wir zwei oder drei Jahre kein einziges Fass Öl verkaufen“.

Der Iran und die fünf ständigen Mitglieder des UNO-Sicherheitsrats sowie Deutschland wollen am Samstag in Istanbul die Atomgespräche fortsetzen. Der Westen wirft dem Iran vor, nach Atomwaffen zu streben. Das Land bestreitet die Vorwürfe. Neben der EU haben auch die USA Sanktionen verhängt, um die wichtigste Einnahmequelle des Irans auszutrocknen.

Der Anteil iranischen Öls an den deutschen Importen ist allerdings gering. Im vergangenen Jahr bezog Deutschland nach Angaben des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrollen (Bafa) 821.000 Tonnen Rohöl aus dem Iran, das waren 0,9 Prozent der Gesamteinfuhren. Im Dezember 2011 lag der Anteil demnach sogar nur noch bei 0,6 Prozent.

(Ag.)

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