Iran baut angeblich abgestürzte US-Drohne nach

Experten in Teheran wollen ausreichend Daten aus dem unbemannten Fluggerät entschlüsselt haben. Israel erklärt unterdessen, notfalls für einen Militäreinsatz bereit zu sein.

FILE - This file photo released on Thursday, Dec. 8, 2011, by the Iranian Revolutionary Guards, claim
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(c) AP (Anonymous)

Der Iran will nach eigenen Angaben bereits mit dem Nachbau einer abgestürzten US-Drohne begonnen haben. Demnach sei es dem Regime gelungen, Daten aus den Steuerungscomputern der erbeuteten amerikanischen Überwachungsdrohne zu entschlüsseln.

Als Beleg für die Behauptung erklärte Luftwaffengeneral Amir Ali Hajisazdeh der iranischen Nachrichtenagentur Fars, dass aus den Daten ersichtlich sei, dass die Drohne im Herbst 2010 von Kalifornien nach Kandahar in Afghanistan gebracht worden sei. Von dort sei die Tarnkappendrohne wegen technischer Probleme wieder in die USA gebracht worden, um nach der Reparatur im Vorjahr am Ausspähen des Verstecks des al-Qaida-Gründers Osama bin Laden in Pakistan eingesetzt zu werden. Bin Laden war Anfang Mai bei einem Einsatz von US-Elitesoldaten in Abbottabad erschossen worden.

Die Drohne war im vergangenen Dezember nach einem Aufklärungsflug in Afghanistan in iranischen Luftraum geraten und schließlich im Osten des Landes abgestürzt. Iranische Militärs behaupteten damals, die Drohne sei von der Luftabwehr abgeschossen worden, US-Quellen führten den Absturz auf technische Probleme zurück. Der Iran hat bisher alle Forderungen der USA auf Rückgabe der unbemannten Maschine abgelehnt und erkundet die Technologie der Drohne des Typ RQ-170. Die USA wiesen die Behauptungen über eine Entschlüsselung der Daten  als "leeres Gerede" zurück.

Israel "bereit für Militäreinsatz"

Die israelischen Streitkräfte sind unterdessen nach Worten des Generalstabschefs Benny Ganz notfalls bereit für einen Militäreinsatz gegen das iranische Atomprogramm. "Der Staat Israel denkt, dass Atomwaffen in iranischen Händen eine sehr schlechte Sache sind", sagte Ganz der israelischen Zeitung "Jediot Achronot" (Sonntagsausgabe). Die Welt und Israel müssten dies stoppen.

Man habe entsprechende Pläne vorbereitet, betonte er. "Grundsätzlich sind wir bereit für einen Einsatz." Dies bedeute jedoch nicht, dass er in unmittelbarer Zukunft die Luftwaffe losschicken werde.

Der Generalstabschef sagte dem Blatt, 2012 sei im Atomstreit mit Teheran ein "Jahr von entscheidender Bedeutung". Israel sei "der einzige Staat auf der Welt, dessen Zerstörung von jemandem gefordert wird, der auch die Waffen baut, um dies zu tun".

Seit Beginn seiner Amtszeit vor gut einem Jahr habe es deutlich mehr verdeckte Einsätze gegen Israels Feinde in aller Welt gegeben, betonte Ganz zudem.

Der Militärchef sagte weiter, Israel werde im Kriegsfall auch in der Lage sein, mit möglichen Raketenangriffen aus dem Gazastreifen und dem Libanon umzugehen. "Ich kann nicht versprechen, dass hier keine Raketen einschlagen werden", sagte Ganz. "Sie werden einschlagen, viele von ihnen. Das wird kein einfacher Krieg, nicht an der Front und nicht an der Heimatfront."

 

(Ag.)

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