9/11-Verfahren: Angeklagte verweigern Beteiligung

Die fünf Drahtzieher der Terroranschläge vom 11. September gaben sich am ersten Tag des "Jahrhundert-Verfahrens" schweigsam. Ein Angeklagter störte die Verhandlung.

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9/11-Verfahren: Angeklagte verweigern Beteiligung – AP

Mehr als zehn Jahre nach den Terroranschlägen vom 11. September hat das Verfahren gegen die fünf mutmaßlichen Hauptverantwortlichen begonnen. In diesem "Jahrhundert-Verfahren" haben die fünf Angeklagten am Samstag jegliche Beteiligung an der Verhandlung verweigert. Bei der Anklageverlesung im Gefangenenlager Guantánamo Bay (Kuba) schwiegen Khalid Sheikh Mohammed, der als Hauptdrahtzieher der Anschläge vom 11. September gilt, und seine mutmaßlichen Mitverschwörer am Samstag hartnäckig auf Fragen des Militärrichters James Pohl. Einer der Angeklagten, Ramzi Binalshibh, störte die Verhandlung, indem er von seinem Stuhl aufstand und sich dann zum Gebet auf den Boden kniete.

Herr Mohammed schweigt

Scheich Mohammed zeigte keine Reaktion, als ihn der Richter fragte, ob er mit seinen Anwälten zufrieden sei. "Ich glaube, Herr Mohammed wird es ablehnen, zum Gericht zu sprechen", sagte sein Anwalt David Nevin. Das Verhalten Mohammeds habe auch damit zu tun, dass er während seiner Gefangenschaft gefoltert worden sei. Pohl machte klar, dass das Verfahren stattfinden werde - ob sich die Angeklagten aktiv daran beteiligten oder auch nicht. Im Mittelpunkt der eintägigen Prozedur sollte die Verlesung der Anklage gegen die Männer stehen, denen im Falle eines Schuldspruchs die Todesstrafe droht.

Prozess zu 9/11: Attentätern droht Todesstrafe

Mit dem Beginn des Hauptverfahrens wird frühestens im nächsten Jahr gerechnet. In der Zwischenzeit werden zahlreiche Anhörungen erwartet, unter anderem darüber, welche Beweise in dem Prozess zugelassen werden sollen. Journalisten sowie Angehörige der Opfer der Anschläge konnten das Verfahren in Guantanamo sowie via Video auf dem US-Militärstützpunkt Fort Meade (US-Staat Maryland) verfolgen. Der Termin für die Hauptverhandlung muss noch festgelegt werden. Experten rechnen damit, dass sie erst im nächsten Jahr beginnt.

(APA/dpa)

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