Satelliten-Ortung abgestellt: Umgeht Iran Ölembargo?

Laut Medienberichten soll sich der Iran den Vorgaben des Westens widersetzen. Ein Viertel der iranischen Tankerflotte sei routinemäßig mit abgestelltem Ortungssystem auf die Fahrt geschickt worden.

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Symbolbild – (c) EPA (Abedin Taherkenareh)

Zur Umgehung von internationalen Sanktionen schaltet der Iran angeblich die Satelliten-Ortungssysteme an seinen Öltankern ab. Bereits seit einem Monat werde ein Viertel der iranischen Tankerflotte routinemäßig mit abgestelltem Ortungssystem auf die Fahrt geschickt, berichtete die "Washington Post" in der Nacht zum Montag. Die Zeitung beruft sich dabei auf US-Beamte.

Laut dem Bericht handele es sich um ein "Katz-und-Maus-Spiel" mit westlichen Regierungen, die ihre Sanktionen gegen Teheran durchzusetzen versuchten. Das Ausschalten des Ortungssystems sei jedenfalls ein Verstoß gegen das Internationale Seerecht.

Die USA, Israel und ihre Verbündeten werfen dem Iran vor, nach Atomwaffen zu streben, und verhängten seit dem Jahr 2007 immer striktere Strafmaßnahmen gegen das Land. Die iranische Führung weist die Vorwürfe zurück und pocht auf ihr Recht auf eine zivile Nutzung der Atomenergie.

Im Jänner verhängte die Europäische Union ein bis Juli schrittweise in Kraft tretendes Ölembargo. Der Iran ist der zweitgrößte Ölexporteur der OPEC.

Neue Runde der Atomgespräche

Vertreter des Iran und der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) sind am Montag erstmals seit drei Monaten zu Gesprächen zusammengekommen. An den zweitägigen Beratungen hinter verschlossenen Türen in Wien nehmen der iranische Botschafter bei der IAEA, Ali Asghar Soltanieh, und IAEA-Chefinspektor Herman Nackaerts teil. Seit Jahren gibt es Spannungen um das iranische Atomprogramm. Der Westen wirft dem Iran vor, am Bau einer Atombombe zu arbeiten. Teheran weist dies zurück und pocht auf sein Recht zur friedlichen Nutzung der Atomenergie.

Am 23. Mai sollen in Bagdad zum ersten Mal seit 15 Monaten wieder Atomgespräche zwischen dem Iran und den fünf UN-Vetomächten sowie Deutschland stattfinden (5+1-Gruppe). Dabei könnte der Westen dem Iran möglicherweise anbieten, ihm die Anreicherung von Uran bis fünf Prozent zu erlauben, wenn Teheran im Gegenzug strengen Kontrollen zustimmt.

(Ag./Red.)

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