G8-Gipfel im Erholungsgebiet: "Mehr gegen Krise tun"

In Camp David treffen ab heute die Staats- und Regierungschefs der acht größten Industrienationen zusammen, um über die Schuldenkrise, zivile Hilfe für Afghanistan und den EU-Fiskalpakt zu beraten.

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US-Präsident Barack Obama – (c) AP (Evan Vucci)

Die Staats- und Regierungschefs der acht größten Industrienationen der Welt - Deutschland, die Vereinigten Staaten, Japan, das Vereinigte Königreich, Kanada, Frankreich, Italien und Russland - kommen heute zusammen, um über Euro-Krise, Klimaschutz und Afrika-Hilfe zu beraten. Das G-8-Treffen im US-amerikanischen Camp David wird voraussichtlich von den Beratungen über die Weltwirtschaftslage dominiert.

Der Tagungsort hatte bei seiner Bekanntgabe im März für Verwunderung gesorgt. Eigentlich hätte der Gipfel in Chicago stattfinden sollen, anstatt in Camp David, dem Feriendomizil des Präsidenten. Immerhin scheint der von Holzhütten dominierte Ort wenig geeignet für eine so große Ansammlung von Politikern. Wie das Ö1-"Morgenjournal" am Freitag berichtete, hatte noch nie ein US-Präsident mehr als zwei Staatschefs gleichzeitig dort zu Gast. Das Weiße Haus dagegen betonte, dass die Politiker dort leichter vor Protesten geschützt werden könnten.

Hollande als Neuling, Putin als Absager

Gut bewacht dürften bei dem zweitägigen Treffen vor allem die Schwierigkeiten in Griechenland thematisiert werden. Weiters will die Europäische Union ihren Konsolidierungskurs verteidigen, ist sich selbst aber nicht einig. Die USA drängten die Europäer dagegen bereits vor dem Treffen zu mehr Reformen und Wachstumsimpulsen. Erstmals nimmt auch der französische Präsident Francois Hollande, der mit dem Fiskalpakt der EU nicht einverstanden ist, an einem internationalen Gipfel teil.

Abgesagt hat indes der russische Präsident Wladimir Putin, der sich von Ministerpräsident Dmitrij Medwedjew vertreten lässt. Bei Themen wie dem Syrienkonflikt und dem Atomstreit mit dem Iran, bei denen Russland eine wichtige Rolle spielt, werden daher keine wesentlichen Fortschritte erwartet.

Die G-8 will auch über die Verlängerung eines Programms gegen Hunger in Afrika beraten, das sie 2009 für zunächst drei Jahre beschlossen hatte. Damals waren dafür 22 Milliarden US-Dollar zugesagt worden. Zudem stehen unter anderem die zivile Hilfe für Afghanistan und Wirtschaftshilfe zur Unterstützung des Arabischen Frühlings auf der Tagesordnung.

(Ag./Red.)

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