Sexskandal: Obamas Leibwächter gehen in die Offensive

Wegen einer wilden Feier wurden US-Agenten entlassen. Vier von ihnen kämpfen nun für die Wiedereinstellung. Jahrelang sei ihr Verhalten ohne Folgen toleriert worden. Die nunmehrige Strafe halten sie für überzogen.

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Archivbild: Barack Obama und Leibwächter
Archivbild: Barack Obama und Leibwächter – (c) AP (Jae C. Hong)

Mehrere Leibwächter von US-Präsident Barack Obama wehren sich gegen ihre Entlassung wegen eines Sexskandals. Sie waren im April vom Amerika-Gipfel in Kolumbien abgezogen worden, weil sie eine wilde Party gefeiert haben sollen - Alkohol und Prostituierte inklusive. Der Secret Service und das Militär haben danach einige von ihnen aus dem Dienst entlassen. Obama erteilte eine Rüge und bezeichnete sie als "Schwachköpfe".

Der Versuch der US-Behörden, die Angelegenheit ohne Aufsehen über die Bühne zu bringen, ist nicht aufgegangen. Vier der Entlassenen ringen nun mit rechtlichen Mitteln um ihre Wiedereinstellung.
Sie gehen in die Offensive und weisen darauf hin, dass Verhalten wie ihres jahrelang toleriert worden sei. Sich selbst sehen sie als Sündenböcke. Das berichtet die „Washington Post".

Für den Sex nicht bezahlt

Außerdem verzerrten die Medien die Abläufe in Kolumbien. Die Agenten hätten nicht gewusst, dass sie sich mit einer Prostituierten einließen, für Sex hätten sie nicht bezahlt. Sexuelle Kontakte wären darüber hinaus in der Vergangenheit stillschweigend toleriert worden - entgegen den offiziellen Verhaltensregeln für Agenten.

Das behaupten nicht nur die nun Entlassenen, sondern auch frühere und derzeitige Angestellte. One-Night-Stands wurden geduldet und ohne zu zögern Frauen auf die Hotelzimmer gebracht. Ein Kodex schrieb vor, später darüber zu schweigen. Aus Sorge vor Erpressungsversuchen wurden die Mitarbeiter allerdings gewarnt, das Risiko einzugehen. Die vier Kläger halten ihre Strafen für überzogen.

Zu den internen Ermittlungen wird am Mittwoch Mark Sullivan, der Direktor des Secret Service, durch den US-Senat befragt. Die "Washington Post" berichtet auch, dass die Verhaltensregeln für Agenten in der Zwischenzeit überarbeitet wurden. In einer Mitteilung an die Mitarbeiter soll es demnach heißen: "Seid euch bewusst, dass ihr unter Beobachtung steht. Bringt euch weder privat noch beruflich in eine Situation, die euch, eure Familie oder den Secret Service in Verlegenheit bringt!"

(Red.)

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