Machtdemonstration am Himmel: Raketen im Testflug

Zahlreiche Länder demonstrierten heuer ihre militärische Stärke mit dem Test von Raketen. Ein Überblick über das Säbelrasseln.(c) REUTERS (� Ho New / Reuters)

Die ersten Tests im Jahr 2012 gab es am 2. Jänner. Der Iran hatte während seines Manövers im Golf nach eigenen Angaben erfolgreich eine Rakete des Typs "Kader" gestartet. Bei der "Kader" handelt es sich um einen Marschflugkörper, der gegen Schiffe eingesetzt wird.(c) REUTERS (� Handout . / Reuters)

Pünktlich zum 100. Geburtstag von Staatsgründer Kim Il-sung wollte Nordkorea am 13. April 2012 eine Langstreckenrakete ins All schießen, die auch mit Atomsprengköpfen bestückt werden könnte. Kurz nach dem Start endete der Test im Gelben Meer...(c) AP (David Guttenfelder)

Nur eine Minute nach dem Abheben der Taepodong-2, vermeldete das chinesische Staatsfernsehen CCTV, dass die Rakete in 151 Kilometer Höhe zerborsten sei. Der Beobachtungssatellit Kwangmyongsong-3 habe es nicht in die Erdumlaufbahn geschafft.

(Am Bild: Vor dem Raketenstart in Nordkorea)(c) AP (David Guttenfelder)

Die südkoreanische Antwort auf den misslungenen Start der nordkoreanischen Rakete ließ nicht lange auf sich warten. Schon am 19. April 2012 wurden nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Seoul neue Marschflugkörper stationiert. Damit könne das Militär "vorsätzliche Provokationen" Pjöngjangs "hart und präzise bestrafen", sagte Generalmajor Shin Won-sik. Das Ministerium veröffentlichte einen Videoclip mit einem Teststart der Marschflugkörper, gab deren Reichweite aber nicht bekannt.(c) AP

Am 20. April machte Indien mit einer luftigen Machtdemonstration auf sich aufmerksam. Das Land testete erfolgreich eine atomwaffentaugliche Langstreckenrakete, die Peking, Moskau und Osteuropa erreichen kann. Dabei handelte es sich um eine "Agni V" mit mehr als 5000 Kilometer Reichweite, die nach weiteren Tests 2014 oder 2015 in Dienst gestellt werden soll.(c) REUTERS (� Handout . / Reuters)

Die Antwort auf das indische Muskelspiel gab Pakistan am 25. April. Es feuerte eine Mittelstreckenrakete vom Typ Hatf IV Shaheen-1A in den Himmel. Sie könnte mit einer Reichweite von 2500 bis 3000 Kilometern unter anderem Ziele in Indien treffen.(c) EPA (Inter Services Public Relations)

Seither schoss Pakistan vier weitere Raketen in den Himmel. Die bisher letzte wurde am 5. Juni getestet. Bei ihr handelte es sich um den Typ Hatf VII. Laut dem pakistanischen Außenministerium soll sie eine Reichweite von 700 Kilometern aufweisen und Atomsprengköpfe transportieren können.(c) EPA (Ispr/Handout)

Der Iran feuert Anfang Juli erneut Dutzende Raketen in einer Militärübung ab. Angeblich soll für einige der eingesetzten Raketentypen auch Israel in Reichweite liegen.(c) AP

Die nächste Meldung folgte im August: Der Iran will eine verbesserte Version seiner Kurzstrecken-Boden-Boden-Rakete Fateh-110 erfolgreich getestet haben. Die neue Reichweite der Rakete liege bei 300 Kilometern, sagte der iranische Verteidigungsminister Ahmad Vahidi. Die vierte Generation der Fateh-110 ermögliche es den Streitkräften, Ziele zu Wasser und auf dem Land anzugreifen, wie etwa die Hauptquartiere feindlicher Mächte, Raketenstützpunkte oder Radarsysteme.

In der Nacht auf den 12. Dezember vermeldeten nordkoreanische Staatsmedien euphorisch: "Die zweite Version des Kwangmyongsong-3-Satelliten hob an Bord der Trägerrakete Unha-3 erfolgreich vom Sohae-Raumfahrtzentrum ab." Die USA, Südkorea und Japan verurteilten den Start. Sie sehen darin den verschleierten Test einer Interkontinentalrakete. Solche ballistische Raketen können einen atomaren Sprengkopf tragen.(c) EPA (YONHAP)

Generell werden als Langstrecken- oder Interkontinentalraketen (ICBMs = Intercontinental Ballistic Missiles) jene Geschosse bezeichnet, die Distanzen von 5000 bis 15.000 Kilometer überbrücken können. Darunter liegt die Klasse der IRBMs (Intermediate Range Ballistic Missiles), die ihre tödliche Last 2400 bis 5500 Kilometer schleppen können.

(Am Bild: Die Sojus-Rakete VS01 hebt von Guiana Space Center in Sinnamary ab)(c) REUTERS (� Ho New / Reuters)

Eine Stufe darunter finden sich die "normalen" Mittelstreckenraketen, die MRBMs (Medium Range Ballistic Missiles). Sie bringen es auf 800 bis 2400 Kilometer, die Kurzstrecken-Typen (Short Range Ballistic Missiles, SRBMs) auf 150 bis 800 Kilometer.

(Am Bild: Pakistanischen Kurzstrecken-Boden-Boden-Rakete)(c) REUTERS (� Reuters Photographer / Reuters)

Offiziell verfügt nur ein kleiner Kreis an Staaten über Interkontinentalraketen. Zu diesem zählen die UNO-Vetomächte USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien. Gerüchte mehren sich aber, dass auch Israel solche Raketen im Lager hat.(c) AP

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