UNO: Iran muss "internationales Vertrauen" aufbauen

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon begrüßt die neue Verhandlungsrunde im Atomstreit. Teheran sieht sich durch den IAEA-Bericht zum Atomprogramm bestätigt.

Irans Botschafter bei der UN-Atomenergiebehörde (IAEA), Ali Asghar Soltanieh
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Irans Botschafter bei der UN-Atomenergiebehörde (IAEA), Ali Asghar Soltanieh
(c) APA/HERBERT PFARRHOFER (HERBERT PFARRHOFER)

Im Atomstreit muss sich Iran nach Ansicht von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon noch weiter um Vertrauen bemühen. Teheran müsse erst noch "internationales Vertrauen" aufbauen, ließ Ban seinen Sprecher Martin Nesirky am Freitag in New York mitteilen. Zugleich begrüßte der UN-Generalsekretär die neue Verhandlungsrunde der fünf UN-Vetomächte und Deutschlands mit dem Iran über dessen umstrittenes Atomprogramm in dieser Woche in Bagdad. Er unterstütze "nachdrücklich" die Bemühungen Großbritanniens, Frankreichs, Chinas, der USA und Russlands sowie Deutschlands um eine Lösung des Konflikts.

Irans Botschafter bei der UN-Atomenergiebehörde (IAEA), Ali Asghar Soltanieh, wertete den Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde zum iranischen Atomprogramm als "Beweis" für dessen Friedfertigkeit. "Der IAEA-Bericht hat erneut bewiesen, dass alle laufenden Nuklearprogramme friedlicher Natur sind und keinerlei militärisches Ziel haben", so Soltanieh laut Staatsfernsehen vom Samstag.  Der Bericht belege, dass es keinen "Kurswechsel" Irans hin zu militärischen Zielen gebe, sagte der Diplomat.

Dagegen äußert die IAEA in dem Report Befürchtungen, der Iran könnte verdächtige Spuren eines möglichen Atomwaffenprogramms in der umstrittenen Anlage in Parchin beseitigen. Die IAEA-Kontrollore fordern schon lange Zugang zu der Anlage nahe Teheran, wo nach Einschätzung westlicher Geheimdienste Bestandteile von Atomsprengköpfen getestet werden. Soltanieh ging nicht auf Details des Reports ein, betonte jedoch, der Iran kooperiere uneingeschränkt mit der IAEA.

In dem IAEA-Bericht vom Freitag ist von Spuren höher angereicherten Urans im Iran als dies bisher von dem Land deklariert die Rede. Bei der Auswertung von nahe der Atomanlage Fordo entnommenen Proben seien "Elemente" mit einer Urananreicherung von 27 Prozent gefunden worden. Von Teheran waren bislang maximal 20 Prozent deklariert worden. Experten zufolge könnte die höhere Urananreicherung jedoch auf einen technischen Defekt zurückzuführen sein.

(Ag.)

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