US-Militär: Mehr Selbstmörder als Gefallene in Afghanistan

Die Selbstmordrate unter US-Soldaten steigt. 2012 tötete sich im Schnitt jeden Tag ein Soldat. Das Pentagon zeigt sich überrascht.

Archivbild: US-Soldaten bereiten eine Gedenkzeremonie für ihre verstorbenen Kameraden vor
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Archivbild: US-Soldaten bereiten eine Gedenkzeremonie für ihre verstorbenen Kameraden vor
Archivbild: US-Soldaten bereiten eine Gedenkzeremonie für ihre verstorbenen Kameraden vor – (c) EPA (Michael Reynolds)

Pro Tag nimmt sich ein US-amerikanischer Soldat das Leben. Durch Selbstmord sterben damit mehr Kämpfer als beim Kriegseinsatz in Afghanistan. Diese Daten gehen aus Statistiken des Verteidigungsministeriums in Washington hervor, berichtet der „Spiegel Online".

Im Jahr 2012 haben sich demnach bisher 154 Soldaten selbst umgebracht. Das entspreche einem Steigerung von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Behörden in den USA zeigen sich von dem Anstieg überrascht, da in den Jahren zuvor die Selbstmordraten rückläufig waren. "Wir hätten eine geringere Anzahl an Selbstmorden erwartet", zitiert "Spiegel Online" die Chefin des neuen "Defense Suicide Prevention Office" im Pentagon.

Kampfeinsätze erhöhen das Risiko

Schon 2006 war es zu einem Anstieg der Selbstmordrate im Militär gekommen. Damals baute das Ministerium Beratungs-Hotlines auf, Übungen zum Stress-Management wurden angeboten und die Forschung zu psychischer Gesundheit verstärkt.

Ein Zusammenhang der Selbstmorde mit Kampfeinsätzen ist gegeben. Soldaten, die mehrere Kampfeinsätze hinter sich haben, sind stärker gefährdet, einen Selbstmord zu begehen. Das soll aus den Daten des Ministeriums hervorgehen. 1,4 der über 300 Millionen Amerikaner dienen derzeit aktiv im Militär.

 

(Red.)

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