Italien: Zehn Anarchisten festgenommen

Die anarchistischen Untergrundorganisationen FAI und FRI sollen terroristische Aktionen geplant haben.

Italian paramilitary police officer searches for explosives with a dog at the accreditation center in
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Italian paramilitary police officer searches for explosives with a dog at the accreditation center in
Symbolbild – (c) REUTERS (Stefano Rellandini)

Im Rahmen einer großangelegten Razzia gegen die anarchistischen Untergrundorganisationen FAI und FRI sind am Mittwoch in Italien zehn Personen festgenommen worden. Weitere 24 Personen gerieten ins Visier der Fahnder. Die Ermittlungen betreffen auch zwei Anarchisten, die in der Schweiz und in Deutschland inhaftiert sind. Mit Komplizen in Italien sollen sie terroristische Aktionen geplant haben, wie Ermittler am Mittwoch berichteten. Durchsuchungen wurden in ganz Italien durchgeführt.

Den Anarchisten wird unter anderem der Anschlag auf den Chef der Steuereinzugsgesellschaft Equitalia, Marco Cuccagna, im vergangenen Dezember vorgeworfen. Cuccagna war beim Öffnen eines mit Sprengstoff präparierten Päckchens an der Hand und am Auge verletzt worden. Zu dem Anschlag bekannte sich die FAI-Gruppe. Diese hatte zuvor auch ein ähnliches Päckchen an den Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann gesandt. Die an Ackermann gerichtete funktionsfähige Briefbombe wurde in der Poststelle der Deutschen Bank in Frankfurt am Main abgefangen.

Die Verhafteten werden auch verdächtigt, 2011 einen Sprengsatz an die griechische Botschaft in Paris gesendet zu haben. Die in Italien aufgegebene Sendung war durch eine kontrollierte Explosion unschädlich gemacht worden. Weil der Umschlag keinen Absender getragen hatte, war die Lieferung aufgefallen.

(Ag.)

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