Faymann und Merkel gegen den Nord-Euro

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel stattet Österreich am Freitag den ersten Besuch seit 2006 ab. Sie trifft mit Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) und Außenminister Michael Spindelegger (ÖVP) zusammen.

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(c) APA/HBF/Andy Wenzel (HBF/Andy Wenzel)

Wien/Wb. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird am Freitag in Wien für Unterstützung ihres politischen Kurses in der Finanz- und Schuldenkrise werben. Sie trifft mit Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) und Außenminister Michael Spindelegger (ÖVP) zusammen. Wie es aus dem Bundeskanzleramt heißt, will Faymann gemeinsam mit Merkel dabei gegen ein Aufbrechen der Eurozone etwa in einen stabilen Nord-Euro und einen weicheren Süd-Euro eintreten. Beide Regierungschefs haben sich zuletzt für einen Verbleib Griechenlands in der Eurozone ausgesprochen.

Der Vorschlag für einen Nord-Euro war vom ehemaligen deutschen Industriechef Hans-Olaf Henkel und dem Wirtschaftswissenschaftler Dirk Meyer propagiert worden. In Österreich fand er vor allem unter BZÖ- und FPÖ-Politikern Anklang. Finanzministerin Maria Fekter und Außenminister Michael Spindelegger (beide ÖVP) sind bereits klar gegen diesen Vorschlag aufgetreten. Sie verwiesen auf die negativen Folgen für die österreichische Wirtschaft.

Merkel, die am Freitagabend eine Vorstellung in der Oper – „Don Carlos“ – besucht, ist erstmals seit 2006 zu einem offiziellen Besuch in Österreich. Sie war in der Zwischenzeit allerdings zu Gast beim Neujahrskonzert und bei der Fußball-EM.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.09.2012)

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