Erasmus-Stipendien: Finanzierung am seidenen Faden

Für österreichische Studenten haben die Probleme mit dem EU-Budget zumindest bis Dezember noch keine Folgen.

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Brüssel. Die Europäische Kommission warnt davor, dass die Finanzierung des beliebten Erasmus-Programms zur Förderung des Studentenaustausches an einem seidenen Faden hängt. Grund dafür ist die zu knappe Bemessung des EU-Haushaltes für das Jahr 2012. Die Kommission musste heuer noch ausständige Rechnungen im Umfang von 10,7 Milliarden Euro bezahlen, die schon im Jahr 2011 angefallen waren, aber damals nicht bezahlt werden konnten, weil auch das Budget für 2011 zu klein war. Am 23. Oktober will Budgetkommissar Janusz Lewandowski den Mitgliedstaaten daher einen Vorschlag für einen Nachtragshaushalt vorlegen.

"Könnte schwierig werden"

Dieser finanzielle Engpass trifft auch das Erasmus-Programm, welches Auslandssemester und Berufspraktika mit Stipendien fördert. „Die Finanzierungslage könnte schwierig werden, weil 99 Prozent des dafür vorgesehen EU-Budgets schon an die jeweiligen nationalen Agenturen überwiesen ist", erklärte der Sprecher von Bildungskommissarin Androulla Vassiliou auf „Presse"-Anfrage. „Obwohl die nationalen Agenturen Bargeldreserven haben, werden sie es in den kommenden Monaten zusehends schwierig finden, ohne weitere Finanzierung von der EU Zahlungen an Studenten zu machen."

Die Erasmus-Mittel werden von der Kommission an besagte nationale Agenturen überwiesen, welche die Stipendiaten auswählen und ihnen die Förderungen überweisen. In Österreich ist dafür die „Nationalagentur Lebenslanges Lernen" zuständig. Ihr Leiter Ernst Gesslbauer beruhigt im „Presse"-Gespräch: „In Österreich sind wir völlig liquid. Die Kommission hat uns mitgeteilt, dass ihre nächste Zahlung spätestens im Dezember eintreffen soll. Wir haben derzeit also überhaupt kein Problem."

Erasmus ist bei Österreichs Studenten sehr beliebt. Im Studienjahr 2010/2011 wurden 5371 Auslandsaufenthalte von Studenten österreichischer Hochschulen aus heimischen und EU-Fördertöpfen finanziert.

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