Türkei fürchtet Umerziehung in der EU

Ankara will das Schicksal von 4000 türkischen Pflegekindern in der EU überprüfen. In Ankara wächst die Besorgnis über deren christliche Erziehung.

Tuerkei fuerchtet Umerziehung
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Tuerkei fuerchtet Umerziehung
c REUTERS HANDOUT

Ankara/Dpa. Dürfen türkische Pflegekinder in der EU christlich erzogen werden? Nach Ansicht einiger türkischer Politiker müsste auf deren moslemischen Glauben Rücksicht genommen werden. Das Parlament in Ankara will deshalb nun das Schicksal türkischstämmiger Kinder in europäischen Pflegefamilien untersuchen. Der Menschenrechtsausschuss des Parlaments hat beschlossen, die Erziehungsmethoden unter die Lupe zu nehmen. Nach Angaben der Regierung in Ankara haben Behörden in europäischen Staaten in den vergangenen Jahren mindestens 4000 Kinder und Jugendliche zwangsweise in Pflegefamilien untergebracht. Auch Österreich könnte davon betroffen sein.

In der türkischen Öffentlichkeit wird kritisiert, dass türkischstämmige Kinder in der EU christlich erzogen würden. Zudem machte ein Fall in Belgien Schlagzeilen, bei dem ein Kind in die Obhut eines homosexuellen Paares gegeben wurde.

Jugendämter in Österreich, aber auch in anderen EU-Ländern greifen üblicherweise ein, wenn Kindern oder Jugendlichen in ihren Familien Gewalt angetan wird oder es zu Verwahrlosung kommt. Dann kann ein Kind bei Pflegeeltern untergebracht werden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.02.2013)

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