EU-Strukturförderung bringt 8500 zusätzliche Arbeitsplätze

Gelder, die früher vor allem in einzelne Projekte geflossen sind, werden heute für den Aufbau von regionalen Wirtschaftsstrategien aufgewendet.

Euroscheine und Euromünzen
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Euroscheine und Euromünzen – wodicka@aon.at

Wien. Österreich konnte trotz Krise und geringerer Zuteilung die EU-Regionalfördermittel zur Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze nutzen. Laut einer Zwischenbilanz der Österreichischen Raumordnungskonferenz (ÖROK) wurden seit Beginn der letzten EU-Finanzperiode 2007 rund 8500 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen. Bis Ende 2011 wurden 816 Millionen Euro an Strukturfondsmittel der EU beantragt. Sie wurden mit 900 Millionen Euro durch nationale Mittel kofinanziert.

 

Strategien für gesamte Regionen

Die Art der Förderung habe sich in den vergangenen Jahren allerdings deutlich verändert, wie Martin Gruber von Convelop im Gespräch mit der „Presse“ betont. Sind früher vor allem einzelne Projekte gefördert worden, so werden nun wirtschaftliche Strategien für gesamte Regionen entwickelt. Ein Beispiel ist „Hohe Tauern Health“. Die bisher eher strukturschwache Region Oberpinzgau hat sich sowohl im Tourismus als auch im Rahmen ihrer Produktionsbetriebe auf die besonderen Bedürfnisse von Allergikern und Asthmapatienten eingestellt. Durch die Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg ist hier ein völlig neues wirtschaftliches Netzwerk entstanden.

Heute sind in der Region elf Hotelbetriebe speziell für Allergiker ausgestattet. Auch ein führender lokaler Holzbaubetrieb bietet allergikergerechte Baulösungen an. „Es geht bei der neuen Form der Förderung darum, weg von Problemregionen und hin zu Potenzialräumen zu kommen“, so Gruber.

In seiner Bilanz im 13. Raumordnungsbericht weist Gruber darauf hin, dass einige Fehlentwicklungen der sogenannten Lissabon-Strategie mittlerweile bereinigt worden sind. Mit der EU-2020-Strategie wurde die Strukturförderung völlig neu konzipiert. Wurden früher lediglich Regionen mit Nachholbedarf gefördert, werden nun auch Kernräume einbezogen. So kommt es zu einer besseren Vernetzung mit Einrichtungen für Forschung und Entwicklung, die meist eher in Landeshauptstädten angesiedelt sind.

 

Förderung dient Nachhaltigkeit

Kohäsionspolitik ist aber weiterhin keine Krisenpolitik, sie zielt auf nachhaltige Entwicklungen ab. Auch die Mittel aus dem EU-Sozialfonds, die zur Strukturförderung zählen, können letztlich die Arbeitssituation nicht akut verbessern. In Österreich wird die Arbeitsmarktpolitik lediglich zu fünf Prozent mit EU-Mitteln gespeist. Die Förderung dient vielmehr der nachhaltigen Entwicklung.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.03.2013)

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