Syriza-Partei: "Sind keine Terroristenpartei"

Die griechische Linkspartei wirbt auch in Österreich um Sympathie und will eine Abkehr von der europäischen Sparpolitik bewirken.

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(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Die griechische Linkspartei Syriza hat gute Aussichten auf Regierungsmacht - und möchte in der ganzen EU eine Abkehr von der Sparpolitik bewirken. "Unser Programm ist nicht nur eine Alternative für Griechenland, sondern eine Alternative für Europa insgesamt", sagt der Syriza-Politiker Giorgos Chondros, der sich derzeit im Auftrag seiner Partei auf einer Charmeoffensive in Österreich befindet.

Am 25. Jänner wählt Griechenland - einmalig in Europa könnte dort eine weit links stehende Partei an die Macht kommen. Syriza fordert die Streichung großer Teil der griechischen Staatsschulden und ein Ende des Sozialabbaus in dem Krisenstaat.

"Syriza ist keine Terroristenpartei"

Sympathie erhoffen sich die Linken dabei von europäischen Mainstream-Parteien wie den Grünen und der SPÖ, sagt Chrondros in Wien. Am Mittwoch wirbt der Linkspolitiker Chondros etwa an der Uni Wien bei einer Veranstaltung des Verbandes Sozialistischer Student_innen (VSStÖ) um Unterstützung. Besonders interessant seien für Syriza die Grünen in Deutschland, denn mit der Bildung einer rot-rot-grünen Regierung im Bundesland Thüringen gebe es eine "Annäherungsperspektive" für die griechischen Linken.

"Syriza wird dargestellt als eine Terroristenpartei, die die Existenz Europas infrage stellt. Das ist sie keineswegs", versichert Chondros, der im Europapolitik-Ausschuss und dem Parteivorstand von Syriza sitzt. Für Zögern bei möglichen Partnern in Europa sorgen allerdings linksradikale Positionen innerhalb der Partei, die sich erst 2013 aus einem losen Wahlbündnis linker Gruppen zusammenschloss.

Marxisten als Minister "nicht gefährlich"

Teile von Syriza fordern etwa einen Ausstieg aus EU, Euro und NATO und wollen weitreichende Verstaatlichungen. In der Partei seien neben moderat-linken Gewerkschaftern und Intellektuellen auch marxistische Gruppen von Trotzkisten bis Maoisten vertreten, räumte Chondros ein. Die breite Unterstützung aus allen Teilen der Linken sei "Salz und Pfeffer" der Partei und werde sich auch in einer Syriza-Regierung widerspiegeln. An Marxisten als Ministern sei "nichts schlechtes dabei, auch nichts gefährliches".

Das "strategische Ziel" von Syriza sei der Sozialismus und nicht eine "sozialdemokratische Agenda", betont Chondros. Die Linkspartei wolle aber nicht die Sprengung der Eurozone und das Ende der Marktwirtschaft herbeiführen, sondern einen sozialeren Kurs in der Krise. "Wir sind eine linksradikale Partei, wir sind aber gleichzeitig eine Partei, die die Aufgabe hat, in Griechenland die soziale Krise zu stoppen", sagt Chondros.

Ziel: Aufbau des Sozialismus

Die Partei wolle mit einem Sofortprogramm Armen und Arbeitslosen helfen, erklärte der 56-jährige frühere Kommunalpolitiker, der in Wien studierte und fließend Deutsch spricht. Dazu sei Syriza zur Zusammenarbeit mit allen linken Parteien in Griechenland bereit. "Wenn wir es dann später schaffen, den Sozialismus aufzubauen, dann haben wir Zeit genug, darüber zu streiten, über welchen Weg wir dahinkommen."

(APA)

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