Banken steigen bei Rettung von Griechenland gut aus

Statt 21 Prozent an Wertverlust müssen Institute nur noch 8,3 Prozent hinnehmen. Das seien bis zu 21 Mrd. Euro weniger als vereinbart. Grund sei Kursanstieg europäisch abgesicherter Schuldtitel auf Kapitalmarkt.

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(c) EPA (Karl-Josef Hildenbrand)

Berlin/Dpa. Die internationalen Banken werden sich voraussichtlich weit geringer an der Rettung Griechenlands beteiligen müssen als erwartet. Das geht aus Berechnungen der deutschen Grünen hervor, die der Nachrichtenagentur DPA vorliegen. Statt eines Forderungsverzichts von 21 Prozent müssten die Institute demnach letztlich nur einen Wertverlust von 8,3 Prozent schultern, bestätigte der finanzpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Gerhard Schick, auf Anfrage. Das seien bis zu 21 Milliarden Euro weniger als vereinbart.

Grund sei der Kursanstieg europäisch abgesicherter Schuldtitel auf dem Kapitalmarkt in den vergangenen zwei Monaten, also der Papiere des Rettungsfonds EFSF. Papiere gleicher Qualität sollen auch Banken im Tausch für ihre Griechenland-Anleihen erhalten. Sie bekommen für ihre alten Schuldtitel also neue, die weit mehr wert sind als zum Zeitpunkt der Vereinbarung zur Gläubigerbeteiligung gedacht. Für Banken lohne sich das Angebot, sich zu beteiligen, damit noch mehr, sagte Schick. Zumal die Rückzahlung der Anleihen vom EFSF garantiert ist – es gibt damit für die Geldinstitute künftig kein Ausfallrisiko mehr.

Hinzu komme, dass eine wirkliche Umschuldung Griechenlands für zunehmend wahrscheinlich gehalten wird. Weil die Banken kaum Risiko übernehmen und kaum auf Forderungen verzichten müssen, würde in diesem Fall die Hauptlast der Steuerzahler tragen, kritisiert der grüne Finanzexperte.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.09.2011)

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