Erstmals Frau an der Spitze von Interpol

Die Französin Ballestrazzi wird der internationalen Polizeiorganisation vorstehen. Die Anpassung der Informatik-Systeme nannte sie als Hauptaufgabe.

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Erstmals steht eine Frau an der Spitze der internationalen Polizeiorganisation Interpol: Die 58-jährige Französin Mireille Ballestrazzi wurde am Donnerstag in Rom bei einer Interpol-Generalversammlung gewählt, wie die Organisation mitteilte. Ballestrazzi war bisher bei Interpol die Vize-Vorsitzende des Exekutivkomitees für Europa. Als eine der wichtigsten Aufgaben für die kommenden Jahre nannte die Französin die Anpassung der polizeilichen Informatik-Systeme in den Mitgliedsländern von Interpol.

Ballestrazzi war 1975 zur Kommissarin bei der französischen Kriminalpolizei ernannt worden. Anschließend hatte sie mehrere Spitzenpositionen inne. Unter anderem leitete sie als erste Frau eine französische Spezialeinheit gegen Organisiertes Verbrechen. In den 90er Jahren leitete sie die Kripo auf der Mittelmeerinsel Korsika, die damals Schauplatz von mehreren Terror-Anschlägen war. Anschließen war sie Chefin einer Polizeieinheit zur Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität. Seit 2010 ist Ballestrazzi Vize-Chefin der französischen Kriminalpolizei. Den Posten will sie auch künftig behalten.

Mit Ballestrazzi stellt Frankreich zum zweiten Mal den Präsidenten von Interpol. Der Schlüsselposten der Organisation ist allerdings der des Generalsekretärs, den zur Zeit der Amerikaner Ronald Noble innehat. Interpol mit Sitz in der französischen Stadt Lyon ist mit 190 Mitgliedsstaaten die weltweit größte Polizeiorganisation. An der Generalversammlung in Rom hatten rund tausend Vertreter aus den Mitgliedsländern teilgenommen.

(APA/AFP)

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