Niederlande: „Döner“-Alarm sorgt für flaue Mägen

Lebensmittelhygienische Untersuchen ergaben, dass jeder zweite Döner Kebab eine veritable Bakterienbombe ist. Den Döner-Läden laufen die Kunden davon.

Döner Kebab
Schließen
Döner Kebab
Döner Kebab – Clemens Fabry

Die niederländische Konsumentenschutzorganisation „Consumentenbond“ hat in Holland einen veritablen „Döner-Alarm“ ausgelöst: Untersuchungen des Vereins haben ergeben, dass fast jede zweite Portion des bekannten türkisch-orientalischen Schnellgerichts dermaßen bakteriell verunreinigt ist, dass Lebensmittelvergiftungen drohten. Besonders gefährlich seien diese Bakterien-Döner für Schwangere, ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem.

Der Consumentenbond hat die Qualität der in Brotfladen gepackten Fleischgerichte mit Salat, Zwiebel und scharfem Zusatz in 49 Döner-Lokalen im ganzen Land untersucht, etwa in Amsterdam, Rotterdam, Utrecht, Groningen und Breda. „Die großen Mengen von Bakterien, die wir im Döner dieser 49 Imbisse fanden, deutet darauf hin, dass dort unhygienisch gearbeitet wird. Wir haben inzwischen die Lebensmittelaufsicht über unsere Testergebnisse informiert“, sagt Bart Cambée, Direktor des Consumentenbondes.

 

Bazillen aus der Darmregion

Den wohl grauslichsten Döner Hollands entdeckten die Lebensmittelhygieniker in einem Amsterdamer Lokal. Dort waren im Fleisch nicht nur Kolibakterien (sie kommen typischerweise in menschlichen und tierischen Därmen vor), sondern es fand sich auch die Staphylococcus-aureus-Bakterie: Diese kann Hautentzündungen, Muskelerkrankungen und sogar eine Lungenentzündung auslösen. Die nationale Lebensmittelkontrollbehörde (NVWA) ist aufgrund der Testergebnisse bereits tätig geworden: Sie schickt nun unangekündigt eigene Tester in Döner-Lokale und will demnächst deren Ergebnisse publizieren. Der Umsatz von Kebab-Lokalen ist jedenfalls zuletzt deutlich gesunken. Der Döner fand übrigens ab Anfang der 1970er seinen Weg in den deutschsprachigen Raum und die Niederlande. Mittlerweile haben sich weltweit diverse nationale Varianten entwickelt: In Mexiko etwa wird er gern in Maisfladen gewickelt und mit Chili-Limetten-Sauce beträufelt, in Vietnam nimmt man dafür meist Schweinefleisch, ein Baguette-Brot und scharfes Sauergemüse.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.11.2012)

Kommentar zu Artikel:

Niederlande: „Döner“-Alarm sorgt für flaue Mägen

Schließen

Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.

Meistgelesen