Eine Woche nach Amoklauf: Trauertag und NRA-Botschaft

Um 9:30 Uhr wird in Newtown der 20 Toten des Amoklaufs gedacht. Später tritt die Waffen-Lobby vor die Presse. Sie gerät durch Obamas Pläne unter Druck.

In Newtown wird am Freitag, eine Woche nach dem Attentat, der 27 Opfer gedacht.
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In Newtown wird am Freitag, eine Woche nach dem Attentat, der 27 Opfer gedacht.
In Newtown wird am Freitag, eine Woche nach dem Attentat, der 27 Opfer gedacht. – (c) AP (Seth Wenig)

Offizieller Trauertag in Newtown und eine Pressekonferenz der Waffen-Lobby NRA in Washington - eine Woche nach dem Amoklauf mit 27 Toten wird es an diesem Freitag zwiespältig. In Washington hat bereits eine Kommission gegen Waffengewalt ihre Arbeit aufgenommen.

Eine Woche nach dem Schulmassaker mit 27 Toten begehen die Menschen in Newtown und im gesamten Bundesstaat Connecticut an diesem Freitag einen offiziellen Trauertag. Mit Spannung erwartet wird am selben Tag eine Pressekonferenz der Waffenvereinigung NRA in Washington. US-Präsident Barack Obama hatte den mächtigen Lobby-Verband zuletzt mit der Ankündigung neuer Waffengesetze stark unter Druck gesetzt

Schweigeminute und Arbeitsgruppe

In Newtown ist unter anderem eine Schweigeminute um 9.30 Uhr geplant - ungefähr zu dem Zeitpunkt, an dem der 20-jährige Adam Lanza am Freitag zuvor das Feuer aus einem Sturmgewehr eröffnete und an der Sandy-Hook-Grundschule 26 Menschen, darunter 20 Kinder, tötete, bevor er sich selbst erschoss.

Eine Arbeitsgruppe unter Leitung von Vizepräsident Joe Biden soll schon im Jänner Maßnahmen gegen die Waffengewalt im Land vorschlagen. Obama will unter anderem ein Verbot von Sturmgewehren in privater Hand und lückenlose Überprüfungen von potenziellen Waffenkäufern. Die Arbeitsgruppe kam bereits am Donnerstag in Washington zusammen - nur einen Tag, nachdem Obama sie eingesetzt hatte. Der Präsident meine es ernst, wenn er sage, dass gehandelt werden müsse, sagte Biden. Am Donnerstagabend (Ortszeit) wurde zudem Justizminister Eric Holder in Newtown erwartet. Er wollte dort unter anderem mit Polizeivertretern zusammenkommen.

Tag für Tag Beerdigungen

In dem kleinen Städtchen im US-Bundesstaat Connecticut ging unterdessen die traurige Reihe der Beerdigungen weiter. Für Donnerstagnachmittag (Ortszeit) waren fünf Bestattungen geplant. Am Mittwoch waren bereits vier Kinder und eine Lehrerin zu Grabe getragen worden.

Bei dem Massaker waren 20 Kinder im Alter von sechs und sieben Jahren ums Leben gekommen, außerdem sechs Erwachsene, darunter die Schulpsychologin, die Direktorin und Lehrerinnen.

Die Mutter des Amokschützen, die am vergangenen Freitag mutmaßlich ebenfalls von ihrem Sohn erschossen in ihrem Haus gefunden worden war, soll nicht in Newtown beerdigt werden. Die Familie der Frau im Bundesstaat New Hampshire wolle die Leiche bei sich beerdigen, berichtete die Lokalzeitung "New Haven Register".

Anteilnahme kam weiterhin aus der ganzen Welt. So unterzeichneten mehr als zwei Millionen Menschen eine Online-Beileidskarte. "Wir wollen unser tiefstes Mitgefühl für alle Familien der Toten, für die Überlebenden und ihre Familien und für alle anderen, die von der sinnlosen und undenkbaren Tragödie in der Sandy-Hook-Grundschule betroffen sind, aussprechen", heißt es darin. "Wir lassen euch wissen, dass wir an euch denken und mit euch trauern."

(APA/dpa)

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