Lesbisches Paar: Samenspender soll Unterhalt zahlen

Weil die Befruchtung nicht durch zugelassenen Arzt erfolgte, sieht der US-Bundesstaat Kansas den Spender in der Pflicht. Er will gegen die Entscheidung ankämpfen.

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Lesbisches Paar: Samenspender soll Unterhalt zahlen
Lesbisches Paar: Samenspender soll Unterhalt zahlen – (c) EPA

In den USA hat ein Samenspender Medienberichten zufolge rund drei Jahre nach der edlen Tat für ihn völlig überraschend eine behördliche Aufforderung zur Zahlung von 6000 Dollar (4628,20 Euro) Kindesunterhalt erhalten.

William Marotta hatte nach eigenen Angaben 2009 auf die Anzeige eines lesbischen Paares im Internet reagiert. Der Kinderwunsch der Frauen habe ihn "fasziniert", sagte der 46-Jährige am Freitag dem Sender CNN. Nach Beratungen mit seiner Frau und einem Treffen mit dem lesbischen Paar habe er sich einverstanden erklärt und seinen Samen sogar ohne Annahme der angebotenen 50 Dollar gespendet. Dabei seien für den Fall einer erfolgreichen Befruchtung alle elterlichen Verpflichtungen vertraglich ausgeschlossen worden.

Schließlich sei eine der Frauen auch schwanger geworden und habe ein kleines Mädchen zur Welt gebracht. Als nach der Trennung des Paares jedoch die gesetzliche Gesundheitsfürsorge für das Kind in Anspruch genommen werden sollte, hätten die Behörden des US-Staates Kansas Nachforschungen über den Vater angestellt, berichtete der Anwalt Marottas.

Kein zugelassener Arzt am Werk

Für die Unterhaltsforderungen sei ausschlaggebend gewesen, dass die künstliche Befruchtung der Frau nicht durch einen zugelassenen Arzt erfolgt sei, sagte Anwalt Ben Swinnen. Nach den Gesetzen des Staates Kansas ist ein Samenspender aber nur dann nicht als Vater für das Kind verantwortlich, wenn dies so passiert. Seinem Mandanten sei jedoch nicht bekannt gewesen, wie weiter mit seinem Sperma verfahren wurde. Für ihn "befand sich die ganze Spende in einem Becher", sagte Swinnen.

Er sieht im Verhalten der Behörden vielmehr den Versuch, über seinen Mandanten gegen die Elternschaft gleichgeschlechtlicher Paare vorzugehen. In Kansas gilt seit 2005 ein Verfassungszusatz, der Homo-Ehen untersagt.

(APA/dpa)

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