Erster Anstieg bei den Influenza-Zahlen

Virologe: "Wir rufen noch keine 'Grippewelle' aus". Vergangene Woche gab es 8900 Neuerkrankungen alleine in Wien.

Man kann sich durch Impfung noch vor der Grippe schützen, sagt der Virologe Franz X. Heinz.
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Man kann sich durch Impfung noch vor der Grippe schützen, sagt der Virologe Franz X. Heinz.
Man kann sich durch Impfung noch vor der Grippe schützen, sagt der Virologe Franz X. Heinz. – (c) AP (Matthias Rietschel)

Vergangene Woche gab es in Wien laut dem Grippemeldungssystem der Magistratsabteilung 15 rund 8900 Neuerkrankungen an Influenza und grippeähnlichen Infekten. Das geht aus den neuesten Zahl der Behörde hervor. In der Woche davor war man von 7100 Neuerkrankungen ausgegangen. Ob jetzt daraus eine echte Epidemie wird, ist noch unklar. "Wir rufen noch keine 'Grippewelle' aus", sagte am Dienstag der Leiter des Departments für Virologie der MedUni Wien, Franz X. Heinz.

"Es ist ein erster Anstieg. Wir werden aber erst Anfang kommender Woche sehen, wie es weitergeht", erklärte der Experte. Viel wichtiger als die nackten Zahlen, so Heinz: "Man kann sich weiterhin durch die Impfung schützen. Der Impfstoff passt genau zu den Viren A(H3N2) und A(H1N1), die in diesem Jahr als Influenza-Erreger auftauchen." Vergangenes Jahr setzte die Krankheitswelle im Februar ein. Steigt in den kommenden Tagen die Zahl der Infektionen weiter an, könnte der zeitliche Rahmen für die mehrere Wochen dauernde Welle an Erkrankungen ähnlich wie in der Saison 2010/2011 aussehen.

Gehypte Horrormeldungen

Horrormeldungen der vergangenen Tage aus den USA mit 20 Kindern, die an der Influenza gestorben wären, sind offenbar eher ein Medien-Hype. Heinz: "Ich habe mit die Zahl des CDC (Center for Disease Control/Atlanta - nationales Zentrum für die USA) angesehen. Die sind für eine solche Grippewelle auch heuer nicht außergewöhnlich. Es gab schon ärgere Influenza-Wellen in den USA. Aber es zeigt, dass die Influenza eben keine ungefährliche Erkrankung ist."

In diesem Jahr wurden von den Experten in Wien bisher sowohl A(H1N1)-Influenza-Viren - die "Nachkommen" der "Schweinegrippe"-Pandemie von 2009/2010 - als auch A(H3N2)-Viren als Erreger identifiziert. Hinzu kommen noch Influenza B-Viren. H3N2-Stämme hatten vor der "Schweinegrippe" etliche Jahre lang die "Szene" der jährlichen saisonalen Influenza dominiert. 2010/11 war es dann nach der ersten Pandemie-Welle weiterhin H1N1 gewesen. Vergangenes Jahr war dann wieder H3N2 hochgekommen.

(APA)

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