Die Streuner von Sotschi: Protest fruchtet

Die zukünftige Olympiastadt ist mit dem Plan zur "Beseitigung" von streunenden Tieren offenbar gescheitert. Keiner will den Job machen. Die Stadtverwaltung will nun das erste Heim für herrenlose Tiere errichten.

Kritik Sotschi wegen beabsichtigter
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Kritik Sotschi wegen beabsichtigter
Kritik Sotschi wegen beabsichtigter – Gepa

Pläne zur "Beseitigung" von mehr als 2000 streunenden Hunden und Katzen im Vorfeld der Olympischen Winterspiele im Februar 2014 in Sotschi haben den Behörden der russischen Stadt heftige Proteste eingebracht. Eine entsprechende Ausschreibung der Stadtverwaltung, die Ende März online gestellt worden war, habe "viel Kritik" hervorgerufen, sagte ein Sprecher der Stadtverwaltung von Sotschi am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP.

Da sich keine Firma für die Arbeit beworben hatte, wurde das Angebot schließlich wieder zurückgezogen. "Wir sind nicht grausam", sagte der Sprecher weiter, "wir wollen nur das Problem lösen".

Heim für streunende Tiere geplant

In dem Aufgabenfeld der Ausschreibung war gestanden, dass Patrouillen zwischen fünf und acht Uhr morgens auf den Straßen der Stadt im Südosten Russlands geplant seien, um die streunenden Tiere zu "beseitigen". Die Stadt verteidigte ihre Ausschreibung im Umfang von 1,7 Millionen Rubel (rund 43.000 Euro) am Donnerstag damit, dass viele der Tiere krank seien und die Krankheiten weiter verbreiteten. Zudem würden Kinder häufig von den Tieren angegriffen.

Offiziellen Angaben zufolge wurden in Russland zwischen 2000 und 2010 insgesamt 400 Menschen von streunenden Hunden getötet. Allein in der Hauptstadt Moskau werden demnach jährlich mehr als 13.000 Menschen gebissen.

Am vergangenen Wochenende hatten örtliche Aktivisten gegen das Vorhaben demonstriert und gefordert, die Tiere stattdessen zu sterilisieren oder in Heime zu bringen. Die Stadtverwaltung will nun tatsächlich das erste Tierheim der Stadt für streunende Tiere errichten.

(APA/AFP)

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