Menschenhandel: 60.000 Euro für kleines Mädchen

Ein BBC-Team hat verdeckt ein Geschäft mit Menschenhändlern eingefädelt. Sie sollten rund 60.000 Euro für ein kleines Mädchen zahlen. Drei Personen sind inzwischen in Haft.

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Die Presse (Clemens Fabry)

Ein Mädchen sollte es sein. Das war alles, was der bulgarische Vermittler, der sich Harry nannte, wissen wollte. Ob für Sex, Organhandel oder einfach zur Adoption, das interessierte den Mann aus Varna nicht. Harry brüstete sich stattdessen, Prostituierte nach Norwegen und Deutschland verkauft zu haben. Kinder seien auch im Angebot, sagte der Mann den verdeckten BBC-Journalisten. 60.000 Euro wollte er für ein kleines Mädchen haben. Ein Drittel davon sei sofort zu bezahlen, sagte er bei einem Treffen, das die BBC heimlich gefilmt hat.

Dem falschen potentiellen Käufer wurden nicht nur Fotos von den kleinen Mädchen gezeigt. Sie wurden ihm sogar vorgeführt. Auch ein angeblicher "Großvater" war dabei und bot ihm ein "Juwel" von einer Enkelin an. Er bestand darauf, den Verkauf des Kindes vor den Eltern geheim zu halten. Den Namen seiner angeblichen Tochter wusste er allerdings nicht. Eltern anderer zum Kauf angebotenen Kinder gaben an, ihren Nachwuchs aus Armut zu verkaufen. Ob die Verwandtschaft echt war oder nicht, konnte das BBC-Team nicht nachprüfen.

Nachdem die Mädchen vorgeführt wurden, schaltete das Fernsehteam die bulgarische Polizei ein. Sie verhaftete drei Männer. Dem Kinderhandel ist damit aber noch lange kein Ende gesetzt.

(Red.)

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