Wie entsteht ein Hurrikan?

Hurrikan, Taifun, Zyklon

Ein tropischer Wirbelsturm wird im westlichen Atlantik und im östlichen Pazifik Hurrikan genannt, im westlichen Pazifik bezeichnet man ihn als Taifun und im Indischen Ozean spricht man von einem Zyklon.

Im Bild: Hurrikan Wilma, 2005

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Die technische Beschreibung: Sie alle entstehen über dem Meer, wenn das Oberflächenwasser mindestens 26 Grad warm ist und stark verdunstet. Dazu muss die sogenannte Corioliskraft vorhanden sein, die durch die Erddrehung entsteht.

Im Bild: Mitarbeiter des mexikanischen Notfalldienstes besprechen sich während Hurrikan Erika, 2015

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Tropische Zyklone brauchen warme, feuchte Luft, um zu bestehen. Untersuchungen zufolge muss die Wassertemperatur des Meeres bis in 50 Meter Tiefe mindestens 26,5 Grad betragen, damit sie sich bilden können. Soweit die Rahmenbedingungen...

Im Bild: Hurrikan Ike über Kuba, 2008

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...einfach gesagt: Der Treibstoff eines tropischen Zyklons ist warme, feuchte Luft - deswegen treten solche Wirbelstürme auch nur über den warmen Gewässern nahe des Äquators auf. Die warme, feuchte Luft über dem Ozean steigt auf und entfernt sich immer weiter von der Wasseroberfläche. Dadurch entsteht ein Bereich mit geringerem Luftdruck zwischen Wasseroberfläche und der warmen Luft weiter oben.

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Luft aus umliegenden Gebieten mit höherem Luftdruck dringt anschließend in den Bereich mit dem niedrigeren Luftdruck. Eine Art neue Luft entsteht, die sich erneut erwärmt, feucht ist - und wieder aufsteigt. Nochmals dringt die umliegende Luft in den frei werdenden Platz.

Diese zweite Welle warmer Luft kühlt sich während des Aufsteigens ab. Dadurch entstehen Wolken. Das ganze Wolken- und Windsystem, das so entsteht, beginnt sich zu drehen und wächst an - gefüttert wird es von der Wärme des Ozeans und dem Wasserdampf.

Im Bild: Hurrikan Ike, 2008

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Das Sturmsystem dreht sich kontinuierlich schneller, wodurch sich das berühmte Auge in seiner Mitte formt. In diesem Auge ist es absolut ruhig, der Luftdruck darin ist sehr gering. Luft mit höherem Druck strömt von oben ins Auge des Sturms hinab.

Im Bild: Hurrikan Wilma, 2005

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Trifft ein tropischer Zyklon auf Land, wird er üblicherweise schwächer: Er wird nicht mehr von der Energie des warmen Meerwassers "gefüttert". Dennoch können die Stürme weite Schneisen ins Land ziehen - mit viel Regen und Sturmschäden -, bevor sie absterben.

Im Bild: Hurrikan Sandy kurz vor Florida, 2012

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Übrigens: Tropische Zyklone, die auf der nördlichen Erdhalbkugel entstehen, drehen sich gegen den Uhrzeigersinn, im Süden ist es umgekehrt. Dieser Unterschied liegt an der Erdrotation und der Neigung der Erdachse.

Im Bild: Hurrikan Sandy vor Florida, 2012

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Das Wort "Hurrikan" kommt von Hurican, dem Namen des Gottes des Bösen und des Windes im Karibischen.

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Hurrikans bekommen in der Reihenfolge ihres Auftretens jedes Jahr alphabetisch geordnete Vornamen. Die World Meteorological Organization (WMO) stellt die Liste seit 1953 auf. 2005 reichten die Buchstaben erstmals nicht aus. So wurden die letzten sechs Stürme auf die griechischen Buchstaben Alpha, Beta, Gamma, Delta, Epsilon und Zeta getauft.

Im Bild v. l.: Hurrikans Kilo, Ignacio und Jimena in der Nähe der Hawaii-Inselgruppe, 2015

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Hurrikans bilden sich, wenn die Windgeschwindigkeit etwa 119 Kilometer pro Stunde erreicht und beibehält. Vor allem von der Geschwindigkeit hängt ab, wie viel Schaden angerichtet wird. Oft verursacht die mit einem Hurrikan verbundene Sturmflut die größte Zerstörung. Im Jahr 1899 erreichte die Flut eines Zyklons im australischen Bathurst Bay 13 Meter. Delfine und Fische sollen auf einem 15 Meter hohen Hügel gefunden worden sein.

Im Bild: Überflutungen nach Hurrikan Georges in Gulfport, Mississippi, 1998

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Die durch einen Hurrikan ausgelösten Gefahren werden nach der Saffir-Simpson-Skala eingestuft, die fünf Kategorien hat. Hurrikans der Kategorie 4 und 5 gelten als extrem beziehungsweise katastrophal.

Im Bild: Zerstörungen in New Orleans nach Hurrikan Katrina, 2005

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Der verheerende Sturm Katrina in dessen Folge vor acht Jahren New Orleans verwüstet wurde, hatte die Stärke 5 und eine Windgeschwindigkeit von bis zu 340 Kilometern pro Stunde in Böen.

Im Bild: Szene in New Orleans nach Hurrican Katrina, 2005

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Im Jahr 2005 gab es zum ersten Mal in einer Saison vier Hurrikans der Kategorie 5. Einer Studie des Georgia Institute of Technology zufolge hat sich die Zahl der Hurrikane der Kategorien 4 und 5 in den vergangenen 35 Jahren fast verdoppelt.

Im Bild: US-Präsident George W. Bush bei einem Briefing zum Hurrikan Rita, 2005

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Kerry Emanuel vom Massachusetts Institute of Technology hat errechnet, dass die Dauer und Stärke von Hurrikans in den vergangenen drei Jahrzehnten um etwa die Hälfte zugenommen hat.

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Wissenschaftler sind sich zwar einig, dass die Temperatur der Meeresoberfläche in den vergangenen 30 Jahren leicht gestiegen ist. Es ist jedoch umstritten, ob dies auf einen vom Menschen verursachten Treibhaus-Effekt zurückgeht oder ein natürliches Phänomen ist. Einige Wissenschaftler sehen die Zunahme der Stürme seit 1995 als Teil eines natürlichen Zyklus.

Im Bild: Infrarotbild von Hurrikan Matthew, 2016

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