Zwölf Szenarien für die Apokalypse

Neben der globalen Erderwärmung listen Forscher elf Risken für die Auslöschung der Menschheit auf – darunter eine Pandemie à la Ebola oder einen politisch-ökonomischen Kollaps.

Symbolbild: Weltuntergang
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Symbolbild: Weltuntergang
Symbolbild: Weltuntergang – (c) REUTERS (� Jorge Silva / Reuters)

Wien. Hollywood hat soeben sein Film-Alter-Ego Eddie Redmayne mit einem Oscar gekürt. Doch Stephen Hawking, der 73-jährige Astrophysiker aus Oxford, denkt längst außerhalb der Kategorien schnöder Realität. Er hat eine Antwort parat auf alle Geißeln und Plagen, denen die Menschheit ausgeliefert ist – mal aus eigenem Versagen, mal ohne direkte Einwirkung.

„Menschen auf den Mond zu bringen hat unsere Zukunft in einer Weise verändert, die wir noch nicht verstanden haben“, erklärte der britische Wissenschaftler, der sich aufgrund einer degenerativen Erkrankung seines motorischen Nervensystems (ALS) nur per Sprachcomputer artikulieren kann. „Ich glaube, dass die langfristige Zukunft der Menschheit der Weltraum ist.“ Die Kolonisierung anderer Planeten könne das Aussterben der Menschheit verhindern.

Zwölf Szenarien für die Apokalypse

Es ist eine gute Nachricht für alle Weltall-Aficionados – und womöglich auch für alle Untergangspropheten. In der Titelgeschichte „Der verheizte Planet“ zeichnet der „Spiegel“ das Menetekel eines schleichenden, wenngleich aggressiven Klimawandels, basierend auf Naomi Kleins Buch „Die Entscheidung – Kapitalismus vs. Klima“.

Bei der UN-Klimakonferenz in Paris wollen Umweltexperten im Dezember die Erderwärmung bis Ende des Jahrhunderts auf zwei Grad Celsius beschränken, Pessimisten warnen dagegen vor einer Erhöhung um vier Grad. 2014 sei das wärmste Jahr seit 1880 gewesen, verzeichneten Meteorologen. Von den 15 wärmsten Jahren seither seien 14 ins 21. Jahrhundert gefallen.

Dem Untergang geweiht

Das Great Barrier Reef in Australien, das größte Korallenriff der Erde und ein Unesco-Weltkulturerbe, oder Louisiana seien laut Prognosen der Klimaforscher dem Untergang geweiht. Der US-Bundesstaat Louisiana, gelegen im Mississippi-Delta und mit einer eminenten Erdölproduktion, verliere bei einer Größe von 134.000 Quadratkilometern laut „Spiegel“ pro Stunde die Fläche eines Fußballfelds und werde über kurz oder lang im Golf von Mexiko versinken.

Die Hurrikans würden immer gewaltiger – wovon im Jahr 2005 Katrina mit beinahe 2000 Toten zeugte –, und der Meeresspiegel steige an. US-Präsident Obama orakelte vor einem Monat in seiner Rede zur Lage der Nation: „Nichts ist eine größere Gefahr als der Klimawandel.“ Bobby Jindal, der republikanische Gouverneur von Louisiana und mögliche Präsidentschaftskandidat, hält den Alarmismus indessen für ein Konstrukt, ein „Trojanisches Pferd der Linken“.

In einer Studie listeten Wissenschaftler der in Stockholm ansässigen Global Challenges Foundation und des Future of Humanity Project an der Uni Oxford einstweilen zwölf globale Risken und Untergangsszenarien auf, unter denen der Klimawandel unter den aktuellsten rangiert. Unter dem Eindruck des Treibhausklimas könnte eine Hungerkatastrophe ein Massensterben, den Kollaps des sozialen Gefüges und schließlich eine Massenemigration zur Folge haben und solcherart einen globalen Konflikt auslösen, lautet das Horrorszenario der Wissenschaftler – ein Drehbuch, das gewissermaßen Hollywoods Katastrophenfilmen folgt.

Gleichfalls zum Klassiker des Katastrophen- und Science-Fiction-Films zählt der Einschlag eines Asteroiden oder ein massiver Vulkanausbruch samt Verdunkelung des Sonnenlichts und einer Kältewelle. Nur dass ein Asteroid vom Durchmesser von fünf Kilometern, der ein Land wie die Niederlande ausradieren würde, statistisch nur alle 20 Millionen Jahre auftritt. Derlei Naturkatastrophen sind indes von äußeren Faktoren gesteuert – und unter den zwölf Risken diejenigen, die die Wissenschaftler als äußerst unwahrscheinlich klassifizieren.

Viel realistischer ist der Ausbruch einer Pandemie, einer länderübergreifenden Ausbreitung eines Virus wie des Ebola-Virus in Westafrika oder des HIV-Virus. Als unwahrscheinlich führt die Studie dagegen einen Nuklearkrieg an, das alte Schreckgespenst des Kalten Kriegs. Unter den neuartigen Bedrohungen rangieren künstliche Intelligenz (etwa ein „Amoklauf“ von unkontrollierbaren Maschinen) synthetische Biologie (die Fabrikation tödlicher Super-Organismen im Biolabor), die Manipulation von Nanotechnologie – bis hin zu einem ökologischen bzw. ökonomisch-politischen Zusammenbruch wie im Zuge der globalen Finanzkrise.

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