Papst drängt bei Terrorbekämpfung zu Kampf gegen Armut

Terror sei ein Resultat "spiritueller Misere und sozialer Armut", meint Franziskus. Die Migrationsfrage dürfe die Länder in Europa nicht kalt lassen.

Papst Franziskus in der Sixtinischen Kapelle.
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Papst Franziskus in der Sixtinischen Kapelle.
Papst Franziskus in der Sixtinischen Kapelle. – REUTERS

Der Papst hat am Montag bei einem Treffen mit allen beim Heiligen Stuhl akkreditierten Diplomaten politische und religiöse Führungspersönlichkeiten zum Einsatz gegen den fundamentalistischen Terrorismus aufgerufen. Dieser sei das Resultat einer "gravierenden spirituellen Misere und sozialer Armut", sagte der Papst in seiner Ansprache.

Regierende Politiker hätten die Verantwortung, jene Bedingungen zu bekämpfen, die zur Verbreitung des Fundamentalismus beitrügen. Wichtig sei daher, eine angemessene Sozialpolitik zur Bekämpfung der Armut und zur Unterstützung der Familie zu fördern.

Der Papst rief eindringlich zur Wiederaufnahme des Dialogs in Nahost auf. Er drängte dabei auf eine Fortsetzung des Dialogs zwischen Israelis und Palästinensern für eine stabile und dauerhafte Lösung, die die friedliche Koexistenz von zwei Staaten im Rahmen international anerkannter Grenzen vorsehe. "Kein Konflikt darf zur Gewohnheit werden", sagte der Heilige Vater.

Papst warnt vor "Politik der Verschließung"

Franziskus befasste sich auch mit dem Thema Migration. Ausdrücklich lobte er Italien, Deutschland, Griechenland und Schweden für die Aufnahme von Migranten. Der Papst drängte zu "konkreten Gesten der Menschlichkeit". "Die Migrationsfrage ist ein Problem, das einige Länder nicht kalt lassen darf, während andere die humanitäre Last eines Notstands tragen, der kein Ende zu nehmen scheint", so der Pontifex.

Franziskus mahnte, ein "vorsichtiger Umgang" mit der Migrationsfrage sollte nicht zu einer "Politik der Verschließung" führen. Jedes Land solle mit "Vernunft und Weitsichtigkeit" prüfen, inwiefern es Migranten aufnehmen könne.

Der Papst verfolgt nach eigenen Angaben auch mit großem Interesse die Entwicklung in Europa. "Der Prozess der europäischen Einheit, der mit dem Zweiten Weltkrieg begonnen hat, war und ist nach wie vor eine einmalige Chance für Stabilität, Frieden und Solidarität unter den Völkern", so Franziskus. Angesichts von Spaltungstendenzen sei es besonders wichtig, den Begriff Europa zu erneuern, urgierte der Heilige Vater.

(APA)

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