Haftstrafen für die rechtsextreme "Oldschool Society"

Die drei Männer und einer Frau sollen Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte geplant haben und fassten Hafstrafen zwischen drei und fünf Jahren aus.

Der Prozess gegen die "Oldschool Society" in München endete mit Schuldsprüchen.
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Der Prozess gegen die "Oldschool Society" in München endete mit Schuldsprüchen.
Der Prozess gegen die "Oldschool Society" in München endete mit Schuldsprüchen. – (c) APA/dpa/Sven Hoppe (Sven Hoppe)

Das Oberlandesgericht München hat die Führungsriege der rechtsextremen Gruppe "Oldschool Society" zu Haftstrafen zwischen drei und fünf Jahren verurteilt. Die vier Angeklagten wurden am Mittwoch der Bildung einer terroristischen Vereinigung und der Mitgliedschaft in ihr schuldig gesprochen. Nach Überzeugung des Staatsschutzsenats wollten sie Anschläge auf Asylbewerberunterkünfte verüben.

Damit wollten sie Flüchtlinge aus Deutschland vertreiben. Die drei Männer und eine Frau hatten sich über das Internet zusammengefunden und ihre Hasstiraden über soziale Netzwerke und Messaging-Dienste ausgetauscht. In einem Telefonat hatten der Anführer, "Präsident" Andreas H. (58) aus Augsburg, und sein "Vize" Markus W. (41) aus Sachsen darüber gesprochen, wie sie Nagelbomben bauen könnten. Der "Präsident" erhielt viereinhalb Jahre Haft, sein Stellvertreter fünf Jahre, dessen Freundin Denise G. (24) aus Sachsen drei Jahre und zehn Monate. Der "Pressesprecher" der Gruppe, Olaf G. aus Bochum, wurde zu drei Jahren Gefängnis verurteilt.

Auf ihrer Facebook-Seite bezeichnet sich die OSS als "eine Verbindung gleichgesinnter Menschen die, die deutsche Kultur und ihre Werte leben". Fotos auf der Seite zeigen Demonstrationen aus dem rechten Spektrum. Die Gruppe soll spätestens seit November 2014 bestehen. Damals hätten sich neun Rechtsextremisten in der sächsischen Kleinstadt Frohburg südlich von Leipzig zu einer Gründungsveranstaltung getroffen.

Wie konkret waren die Anschlagspläne?

Die deutsche Bundesanwaltschaft hatte Haftstrafen zwischen viereinhalb und sieben Jahren gefordert. Sie ging davon aus, dass die Gruppe tatsächlich Anschläge plante. Die Verteidiger hatten in ihren Plädoyers tatsächliche Anschlagspläne der Gruppierung angezweifelt und Freisprüche verlangt.

Die Gruppe traf sich nur einmal persönlich. Vor dem zweiten Treffen im Mai 2015 schlugen die Ermittler zu und nahmen die vier Angeklagten in einer bundesweiten Razzia fest. Gefunden wurden Gas-und Schreckschusswaffen, Schlagringe, Schwerter, außerdem illegale Feuerwerkskörper aus Tschechien und Nägel.

(APA/dpa)

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