Neuseeland macht Fluss zur Person

Neuseeland hat einen Fluss zu einer juristischen Person gemacht. Der Whanganui River erhält so zusätzlichen Schutz.

Prinz Harry stattete dem Fluss Whanganui 2015 einen Besuch ab.
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Prinz Harry stattete dem Fluss Whanganui 2015 einen Besuch ab.
Prinz Harry stattete dem Fluss Whanganui 2015 einen Besuch ab. – (c) AFP (MARTY MELVILLE)

Als erstes Land der Welt hat Neuseeland einen Fluss zu einer Person gemacht - wenn auch nur zu einer juristischen. Der Whanganui River, mit 290 Kilometern der drittlängste Fluss des Pazifikstaates, bekommt mit der Verabschiedung eines entsprechenden Gesetzes zusätzlichen Schutz.

Das Parlament in Wellington kam damit am Donnerstag Forderungen nach, die von Neuseelands Ureinwohnern, den Maori, schon seit mehr als einem Jahrhundert erhoben wurden. "Manche Leute werden das einigermaßen seltsam finden", sagte der für die Verhandlungen mit den Maori zuständige Minister Christopher Finlayson. "Aber das ist auch nicht anders als bei einer Familienstiftung oder einer Firma."

Zwei Treuhänder zur Wahrung der Rechte des Flusses

Zur Wahrung der Rechte des Flusses werden nun zwei Treuhänder eingesetzt, ein Vertreter der Maori und einer der Regierung. Mit der neuen Regelung kann der Fluss nun zum Beispiel bei Gerichtsverfahren eigenständig vertreten werden.

Der Whanganui River - in der Sprache der Maori: Te Awa Tupua - fließt auf der Nordinsel des Pazifikstaates. Die ersten Forderungen, den Fluss juristisch als Lebewesen anzuerkennen, gab es von den Maori bereits in den 70er-Jahren des 19. Jahrhunderts. Für die Ureinwohner ist der besondere Umgang mit einem Fluss nichts Besonderes. Ein Maori-Sprichwort lautet: "Ich bin der Fluss, und der Fluss ist ich."

Was ist eine juristische Person?

Im Unterschied zu natürlichen Personen sind juristische Personen keine Menschen, sondern rechtliche Gebilde. Sie können aber ebenfalls Träger von Rechten und Pflichten sein - zum Beispiel also auch Verträge abschließen.

(APA/dpa)

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