Samba-Karneval von Rio droht 2018 auszufallen

Der Bürgermeister mit Sekten-Vergangenheit will die Zuschüsse für die Riesen-Party um die Hälfte reduzieren. Doch das Event ist auch ein Wirtschaftsfaktor.

Rios Bürgermeister Marcelo Crivella ist schon öfters mit provokanten Aussagen aufgefallen.
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Rios Bürgermeister Marcelo Crivella ist schon öfters mit provokanten Aussagen aufgefallen.
Rios Bürgermeister Marcelo Crivella ist schon öfters mit provokanten Aussagen aufgefallen. – APA/AFP/YASUYOSHI CHIBA

Wegen der schweren Finanzkrise in Rio de Janeiro ist die nächste Auflage des weltbekannten Samba-Karnevals akut bedroht. Bürgermeister Marcelo Crivella bestätigte am Montag, dass er den Zuschuss für 2018 um die Hälfte kürzen will - von zwei Millionen Reais (545.000 Euro) auf eine Million (272.000 Euro).

"Ich kann nicht anders, ich bin dazu gezwungen, wegen der Umstände", sagte er nach Angaben des Portals "O Globo". Die Liga der Sambaschulen hatte zuvor gedroht, dass die traditionellen Paraden im Sambodromo dann nicht stattfinden könnten, da die Schulen selbst auch stark sparen müssen.

Ein Bürgermeister mit kirchlichem Hintergrund

Crivella, ein früherer Sektenbischof von der "Universalkirche des Königreichs Gottes", ist seit 2017 Bürgermeister der Olympiastadt von 2016. Schwarzen warf er schon einmal vor, zu viel Cachaca-Schnaps zu trinken, Homosexuelle sieht er als "Opfer eines schrecklichen Übels". Auch den Karnevalsfeierlichkeiten kann er nicht viel abgewinnen.

Schon beim diesjährigen Karneval sorgte Crivella bei der traditionellen Übergabe des Stadtschlüssels zu Beginn der Feierlichkeiten für einen Eklat: Erst ließ er die Teilnehmer stundenlang warten, dann erschien nur die Kulturbeauftragte zur Übergabe des Schlüssels an König Momo. Seine Frau habe eine Grippe, ließ Crivella ausrichten. Auch bei der Parade der Sambaschulen, dem Höhepunkt des Karnevals und bis dahin ein Pflichttermin für den Bürgermeister, fehlte er.

Der Karneval ist auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der - auch durch die Milliardenkosten für Olympia - unter einer dramatischen Finanzkrise leidenden Stadt. Mehr als eine Million Touristen aus dem In- und Ausland besuchen ihn. Allerdings gab es in diesem Jahr im mehr als 70.000 Zuschauer fassenden Sambodromo mehrere schwere Unfälle mit den großen Wagen, einer fuhr in die Menge und verletzte rund 20 Menschen.

(APA/dpa)

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