Hurrikan Irma: "Die Frage ist nicht, ob Florida getroffen wird, sondern wie hart"

Der US-Bundesstaat Florida wappnet sich vor dem Eintreffen des Hurrikans. Es drohen Zerstörungen historischen Ausmaßes. Auf der von Irma heimgesuchten Insel Sint Maarten wird von Plünderungen berichtet.

Florida rüstet sich für Hurrikan Irma.
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Florida rüstet sich für Hurrikan Irma.
Florida rüstet sich für Hurrikan Irma. – (c) Imago

Nach seinem verheerenden Zug über die Karibik nimmt Hurrikan "Irma" Kurs auf Florida und droht Zerstörungen historischen Ausmaßes anzurichten. "Die Frage ist nicht mehr, ob Florida getroffen wird, sondern wie hart", hieß es am Freitag vom US-Katastrophenschutz. Gouverneur Rick Scott bereitete unterdessen die Bevölkerung auf Evakuierungsmaßnahmen vor.

"Irma" dürfte am späten Samstag oder Sonntag Florida erreichen. Es ist einer der stärksten jemals gemessenen Stürme im Atlantik. Dass er von Kategorie 5 auf 4 heruntergestuft wurde, macht ihn kein bisschen weniger gefährlich. Die gesamte Bevölkerung von Florida solle darauf vorbereitet sein, "bald" ihre Wohngebiete zu verlassen, erklärte Gouverneur Scott am Freitag.

Bisher betreffen die Anordnungen der regionalen Behörden in Florida für die obligatorische Evakuierung nicht den gesamten Bundesstaat, sondern nur diverse Küstenregionen. In der Nacht auf Freitag starben durch den Hurrikan in der Karibik mindestens 17 Menschen.

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"Als wäre jemand mit Rasenmäher über Insel gegangen"

Reisende wurden zu besonderer Vorsicht aufgerufen. "Es ist, als wäre jemand mit einem Rasenmäher vom Himmel über die Insel gegangen", sagte eine Augenzeugin auf dem niederländischen Inselteil Sint Maarten dem Rundfunk NOS. "Irma" verursachte nach Berechnungen des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) in der Karibik Schäden von rund zehn Milliarden Dollar. "Gemessen an der Schadenssumme war dies der schlimmste Sturm in der Karibik aller Zeiten", sagte James Daniell vom "Center for Disaster Management and Risk Reduction Technology" (CEDIM) am Freitag in Karlsruhe. Besonders schwer getroffen seien die Überseegebiete Großbritanniens, Frankreichs und der Niederlande.

Auf der von "Irma" heimgesuchten niederländisch Karibikinsel Sint Maarten wurde von ersten Plünderungen berichtet. Die Lage sei ernst und unübersichtlich, sagte der niederländische Premierminister Mark Rutte am Freitag. Es gebe Berichte, dass Bürger auch bewaffnet auf der Straße seien. Die niederländische Marine nannte die Situation auf Facebook "besorgniserregend". "Marinesoldaten und Militärpolizei unterstützen zur Zeit die lokalen Behörden beim Bewahren der öffentlichen Ordnung."

Niederländische Soldaten patrouillieren auf Sint Maarten.
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Niederländische Soldaten patrouillieren auf Sint Maarten.
Niederländische Soldaten patrouillieren auf Sint Maarten. – (c) Reuters

Trump: "Irma hat epische Ausmaße"

Sint Maarten teilt sich mit Saint-Martin (Frankreich) eine Insel. Auch dort soll es Plünderungen geben. Eine Bewohnerin sagte am Donnerstag dem französischen Radiosender France Bleu Limousin, sie sei schockiert und ernüchtert. Es gebe Prügeleien um Fernseher oder Ventilatoren. Sie habe Angst, nach draußen zu gehen, fügte die Frau hinzu. "Ich sehe auf der Straße junge Menschen mit Macheten, die uns böse ansehen. Ja, ich habe Angst um meine Sicherheit." Sie fürchte, dass bald das Wasser und die Lebensmittel - vor allem bei der ärmeren Bevölkerung auf der Insel - knapp würden. Die französische Regierung kündigte die Entsendung von zusätzlichen Polizeibeamten nach Saint-Martin an.

US-Präsident Donald Trump twitterte: "Irma hat epische Ausmaße, vielleicht größer als wir es jemals gesehen haben. Passen Sie auf sich auf und gehen sie ihm aus dem Weg, wenn möglich."

Hurrikans seit Mitte August 2017.
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Hurrikans seit Mitte August 2017.
Hurrikans seit Mitte August 2017. – APA

(APA/dpa)

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