Hurrikan "Irma"wütet mit voller Wucht in Florida

1,1 Millionen Haushalte sind in Florida derzeit ohne Strom. "Irma" soll dem National Hurricane Center zufolge Kurs auf Tampa nehmen.

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REUTERS

Die ersten Ausläufer des gefürchteten Wirbelsturms "Irma" haben am Sonntagmorgen (Ortszeit) mit voller Wucht die USA erreicht. Der nördliche Rand des Hurrikans traf zunächst auf die dem Festland vorgelagerte Inselgruppe der Florida Keys. Im Laufe des Tages sollte "Irma" dem National Hurricane Center (NHC) zufolge Kurs auf die am Golf von Mexiko gelegene Westküste mit der Metropole Tampa nehmen.

Es wurde mit Sturmfluten und viereinhalb Meter hohen Wellen gerechnet. Millionen Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. Zuvor hatte "Irma" - einer der stärksten gemessenen Atlantik-Stürme - Karibikinseln verwüstet und dort mindestens 22 Menschen das Leben gekostet.

In Florida hatte die Furcht vor dem Wirbelsturm eine regelrechte Massenflucht ausgelöst. Die Behörden in dem als Touristen- und Pensionistenparadies bekannten Bundesstaat forderten rund ein Drittel der insgesamt etwa 20 Millionen Einwohner auf, ihre Häuser zu verlassen. Weil sich auf den Autobahnen Staus bildeten und einigen Tankstellen der Sprit ausging, wurde diese wohl beispiellose Evakuierung zu einem Wettlauf gegen die Zeit.

Österreichischen Touristen anscheinend Flucht gelungen

Sämtlichen Österreichern, die sich zuletzt im "Sunshine State" befunden hatten, dürfte rechtzeitig die Flucht gelungen sein. "Wir gehen davon aus, dass bei allen die Evakuierung funktioniert hat", sagte Thomas Schnöll, der Pressesprecher des Außenministeriums. Man habe bisher auch keine Anrufe besorgter Angehöriger erhalten - ein gutes Zeichen, dass kein Österreicher vermisst wird, wie Schnöll am Sonntag gegenüber der APA betonte.

Hunderttausende hatten die Nacht auf Sonntag in zum Teil überfüllten Notunterkünften oder in ihren verbarrikadierten Häusern verbracht. In Miami wurde eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Durch Stromausfälle saßen Hunderttausende Menschen im Dunkeln. Am Sonntagvormittag waren bereits mehr als 1,1 Millionen Haushalte ohne Strom. Hunderte Flüge wurden gestrichen.

"Irma" größer als "Andrew" von 1992

Experten gingen davon aus, dass Sturm und Überschwemmungen massive Schäden anrichten werden. Die Versicherer stellten sich auf ein Volumen von 15 bis 50 Milliarden Dollar (12,44 Mrd bis 41,46 Mrd. Euro) ein. "Einen so katastrophalen Sturm hat unser Bundesstaat noch nie erlebt", sagte Floridas Gouverneur Rick Scott. "Beten Sie für uns", bat er in einem Interview mit ABC News.

Das NHC wechselte je nach Entwicklung von "Irma" zwischen den Kategorien vier und fünf. Seit 1851 wurden die USA erst drei Mal von einem Hurrikan der höchsten Stufe getroffen. Zudem ist "Irma" laut Katastrophenschutz deutlich größer als "Andrew", der 1992 als bisher letzter Sturm der Kategorie fünf die USA traf.

(APA/Reuters/DPA)

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