Golf von Mexiko: Größte Ölpest der US-Geschichte

Am 20. April 2010 ging im Golf von Mexiko die US-Bohrinsel "Deepwater Horizon" in Flammen auf. Das Unglück fordert elf Todesopfer, später wird durch den Unfall die bisher größte Ölpest der US-Geschichte folgen. Im Kampf gegen die Umweltkatastrophe passieren den Behörden monatelang Pannen.(c) AP (Anonymous)

Die Serie an Misserfolgen und Fehlschlägen beginnt schon vor der Explosion: Das Austreten von Gas aus einer kurz zuvor versiegelten Ölquelle hat die Detonation verursacht. Dies hätte eigentlich von einem Ventilsystem, dem "Blowout-Preventer", verhindert werden sollen. Die Funktion hatte versagt.(c) AP (Gerald Herbert)

Fünf Tage nach dem Unglück versuchen Experten mit einem Roboter, am Meeresgrund in 1500 Metern Tiefe ein Ventil am Bohrloch zu schließen - ohne Erfolg.(c) AP (Anonymous)

Eine Woche nach dem Unfall fackeln Experten einen Teil des ausgelaufenen Öls an der Wasseroberfläche ab. Hoher Wellengang verhindert allerdings, dass die Aktion fortgesetzt wird. Erst im Juli sollte man wieder damit beginnen, Öl abzufackeln.(c) EPA (US NAVY/JUSTIN STUMBERG)

8. Mai

BP-Experten brechen den Versuch ab, Öl mit Hilfe einer 13 Meter hohen und 113 Tonnen schweren Stahlkuppel über dem Bohrloch abzusaugen. Dem Konzern gehen langsam die Alternativen aus. Mittlerweile hat BP eine Website eingerichtet, auf der Vorschläge zur Bekämpfung der Ölpest abgegeben werden können.(c) AP (Gerald Herbert)

26. Mai

Helfer pumpen Schlamm in das Bohrloch, um das Öl zu stoppen. Zudem schießen Experten Gummistücke und anderes Material in das Sicherheitsventil, das auf dem Bohrloch sitzt. Die Aktion "Top Kill" scheitert nach drei Tagen.(c) REUTERS (HO)

4. Juni

Mit Unterwasser-Robotern können Ingenieure einen Trichter über das Leck stülpen. Allerdings kann nur ein geringer Teil des sprudelnden Öls zu einem Schiff geleitet werden.(c) AP (Petty Officer 3rd Class Ann Marie Gorden)

23. Juni

BP muss das Auffangen des Öls mit Schiffen wegen technischer Probleme unterbrechen. Bei einem Unfall kommen zwei Helfer ums Leben.(c) EPA (ERIK S. LESSER)

29. Juni

Der Tropensturm "Alex" zwingt die Helfer, ihre Arbeit erneut zu unterbrechen. Durch die hohen Wellen wird das Öl-Wasser-Gemisch über die schwimmenden Barrieren gespült.(c) AP (Dave Martin)

3. Juli

Der Supertanker "A Whale" aus Taiwan soll öliges Wasser aufsaugen und reinigen. Wegen der schweren See verlaufen Tests zunächst ergebnislos. Das mit dem Wasser vermengte Öl ist nach BP-Angaben nicht dickflüssig genug, um es in dem Schiff sauber zu trennen.(c) AP (Patrick Semansky)

15. Juli

BP hat den Ölaustritt nach eigenen Angaben zum ersten Mal seit Beginn der Katastrophe im April stoppen können. Alle Ventile eines Auffangzylinders konnten geschlossen werden. . Es war der erste entscheidende Durchbruch im Kampf gegen die schwere Ölpest.(c) AP

3. August

Mehr als drei Monate nach der Bohrinsel-Explosion im Golf von Mexiko hat der britische Energiekonzern BP offenbar erfolgreich das lecke Bohrloch verschlossen. Der "Static Kill" genannte Einsatz habe das "gewünschte Ergebnis" erbracht, teilte BP mit.(c) AP (Gerald Herbert)

8. September

BP räumt Fehler vor der Explosion der Bohrinsel "Deepwater Horizon" ein: Unter anderem hätten BP-Ingenieure die Ergebnisse eines Drucktests falsch bewertet. Allerdings müssten auch andere beteiligte Firmen Verantwortung für den Unfall und Umweltkatastrophe tragen.(c) AP (Gerald Herbert)

19. September

Fünf Monate nach der Explosion der "Deepwater Horizon" hat BP das lecke Bohrloch endgültig versiegelt. Nach einem letzten Drucktest erklärt der Koordinator der US-Regierung, Thad Allen, das Bohrloch offiziell für "tot". Die Aufarbeitung der schwersten Umweltkatastrophe in der Geschichte der USA steht aber erst an ihrem Anfang.(c) AP (Anonymous)

16. Dezember

Die US-Regierung hat Klage gegen BP und andere Unternehmen eingereicht. Neben Schadenersatzforderungen drohen Strafgelder in Milliardenhöhe.(c) REUTERS (MOLLY RILEY)

6. Jänner 2011

Von der Regierung beauftragte Experten weisen die Hauptschuld den an der Bohrung beteiligten Firmen zu. Die Behörden seien mitverantwortlich gewesen, heißt es.(c) EPA (BEVIL KNAPP)

4,9 Millionen Barrel Öl liefen in den Golf von Mexiko. Die Behörden räumen ein, dass nach wie vor rund 950 Kilometer Golfküste mehr oder weniger verseucht seien. Bis in den Winter wird es dauern, bis die Ölflecken und die Teerklumpen verschwunden sind.(c) AP (Patrick Semansky)

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