Russland und Indien bauen gemeinsame „Tarnkappe“

Nächste Woche wird der Vertrag zum gemeinsamen Design des Stealth-Jets „T-50“ unterschrieben. Er ist das erste nicht von den USA gebaute Kampfflugzeug, das im Radar weitgehend unsichtbar ist.

Russland Indien bauen gemeinsame
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Russland Indien bauen gemeinsame
(c) REUTERS (LEE JAE-WON)

Neu delhi/Wien. Wenn Russlands Premier Wladimir Putin kurz vor Weihnachten Indien besucht, bringt er ein nettes millionenschweres Packerl mit: Vertreter des russischen Luftfahrtkonsortiums OAK und der indischen Hindustan Aeronautics Ltd. werden einen Vertrag zum gemeinsamen Design der ersten Testserie des Tarnkappenjets „T-50“ unterzeichnen. Er ist das erste nicht von den USA gebaute Kampfflugzeug, das im Radar weitgehend unsichtbar ist.

Die T-50 wurde bisher unter Leitung des russischen Konstruktionsbüros Sukhoi entwickelt und hatte im Jänner 2010 in Ostsibirien ihren Jungfernflug. Indien ist daran beteiligt, weil die USA ihre „unsichtbaren“ Flugzeuge, speziell den Luftüberlegenheitsjäger F-22 „Raptor“ von Lockheed Martin, in absehbarer Zeit trotz Interesses etwa seitens Israels, Japans und Australiens nicht exportieren werden. Auch soll der Stückpreis des indisch-russischen Produkts nur ein Drittel von dem der F-22 betragen (deren Stückkosten werden mit ca. 130 Millionen Euro beziffert).

Laut Sukhoi-Boss Michail Pogosyan beschaffen Indien und Russland je etwa 200 T-50, die Inder in der Zweisitzervariante, die Russen als Einsitzer. Auch Länder wie Vietnam und Libyen hätten Interesse; man werde noch mindestens 600 weitere exportieren können. Russland will die T-50 ab 2016, Indien ab 2020 in Dienst stellen.

 

Putin: „Besser als Amerikaner“

Putin nannte sie der „Raptor“ der Amerikaner „weit überlegen“, sie werde manövrierfähiger sein und schwerer bewaffnet. Angeblich strahlt das rund 21 Meter lange und bis zu 14 Meter breite Flugzeug nur soviel Radarenergie zurück, wie es einer Fläche von 0,5 Quadratmetern entspricht. Die T-50 kann mit einem Mix von Luft-Luft- und Luft-Boden-Raketen bestückt werden. Indien wird damit einen klaren Vorteil gegenüber den Luftwaffen der Nachbarn haben, was vor allem Pakistan extrem sauer aufstoßen wird.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.12.2010)

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