Weltbank: 44 Millionen Hungernde mehr seit Juni 2010

Der Weltbank-Index, der die Preise für Lebensmittel misst, ist nur noch 3 Prozent von seinem Allzeithoch aus 2008 entfernt. Die kritische Grenze für extreme Armut liegt bei rund 90 Euro-Cent für den täglichen Einkauf.

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Lebensmittel – (c) AP (Matthias Schrader)

Hohe Preise für Nahrungsmittel zwischen Juni und Dezember 2010 haben rund 44 Millionen Menschen in die Armut getrieben, schreibt die Weltbank in ihrem aktuellen "Food Price Watch". Die Zahl entspricht einem Nettowert nach Abzug jener Personen, die es in diesem Zeitraum aus der Armut herausgeschafft haben. Betroffen sind vor allem Menschen in Niedriglohnländern und in Ländern mit mittelhohen Löhnen.

Als extrem arm bezeichnet die Weltbank jene Menschen, die weniger als 1,25 US-Dollar (rund 90 Euro-Cent) täglich zur Verfügung haben. 68 Millionen Menschen sind im untersuchten Zeitraum unter diese Grenze gefallen. Gleichzeitig haben sie 24 Millionen Menschen wieder überschritten.

"Preise nähern sich gefährlichem Niveau"

Die weltweiten Nahrungsmittelpreise steigen auf ein gefährliches Niveau, sagt Weltbank-Präsident Robert B. Zoellick. Der Index für Nahrungsmittelpreise ist im Zeitraum Oktober 2010 bis Jänner 2011 um 15 Prozent gestiegen. Damit ist der Index nur mehr drei Prozent vom Allzeithoch aus dem Jahr 2008 entfernt.

Der Weizenpreis hat den stärksten Anstieg verzeichnet, heißt es im Report. Zwischen Juni 2010 und Jänner 2011 hat er sich verdoppelt. Bei Mais betrug der Preisanstieg im selben Zeitraum 73 Prozent, weniger stark gestiegen sind die Preise für Reis. Zucker und Speiseöl wurden ebenfalls empfindlich teurer. In Folge höherer Preise für Mais, Zucker und Öl verteuerten sich auch unterschiedlichste andere Lebensmittel.

(Red.)

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