Reederei-Chef: "Werden nicht zugrunde gehen"

Es gibt Gerüchte, wonach der Mutterkonzern die italienische Reederei Costa Crociere nach den jüngsten Unfällen umbenennen werde. Man wolle jedoch "hart arbeiten, um die Marke Costa zu retten", sagt deren Chef.

Der Eingang der Firmenzantrale in Genua
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Der Eingang der Firmenzantrale in Genua
(c) AP (Luca Bruno)

Nach dem Brand an Bord des vor den Seychellen havarierten Kreuzfahrtschiffes "Costa Allegra" zittert die italienische Reederei Costa Crociere um ihre Zukunft. Der neuerliche Unfall nach dem katastrophalen Unglück der "Costa Concordia" vor der Toskana am 13. Jänner mit 25 Todesopfern und sieben Vermissten könnte für die Kreuzfahrtgesellschaft mit Sitz in Genua das Ende bedeuten. Doch Geschäftsführer Pierluigi Foschi zeigt sich optimistisch: "Unsere Gesellschaft ist solide, es gibt von diesem Standpunkt keine Gefahr", versicherte er nach Angaben der Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera" am Donnerstag.

Gerüchte kursieren, wonach der amerikanische Mutterkonzern Carnival auf die Marke "Costa Crociere" verzichten könnte. "Costa Crociere" könnte mit dem Brand "Carnival Cruise Line Italia" ersetzt werden, was jedoch von Foschi bestritten wurde. "Wir wollen hart arbeiten, um die Marke Costa zu retten", betonte der Geschäftsführer.

Genua bangt um großen Arbeitgeber

Auch die Stadt Genua, Hauptquartier von Costa Crociere, bangt um die Zukunft der Kreuzfahrtgesellschaft, die 20.000 Personen beschäftigt und einen Umsatz von 2,5 Milliarden Euro generiert.

In der Genueser Ortschaft Sestri Levante wurden die neuesten Costa-Schiffe gebaut. Genuas Bürgermeisterin Marta Vincenzi erklärte sich mit der Reederei solidarisch. Costa sei eine große italienische Gesellschaft, die wieder das Vertrauen der Öffentlichkeit zurückgewinnen werde.

Erste Kreuzfahrten in den 1950er Jahren

Costa Crociere begann 1854 als Handelsunternehmen für Stoffe und Olivenöl und wurde vom Unternehmer Giacomo Costa gegründet. Sein erstes Passagierschiff, die "Anna C.", startete 1948 einen Linienverkehr zwischen Europa und Südamerika. In den 1950er Jahren wurden die Reisepausen zu ersten Kreuzfahrten genutzt. Seit 2003 ist die Reederei eine Tochtergesellschaft des US-Riesen Carnival Corporation mit Sitz in Miami, der größten Kreuzfahrtgesellschaft der Welt. Carnivals mehr als 100 Schiffe nehmen pro Jahr über acht Millionen Gäste auf.

(Ag.)

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