Cessna-Crash: Doch ein Österreicher unter den Opfern

Das Kleinflugzeug stürzte in Deutschland einen Wald. Fünf Tote wurden gefunden, einer davon ist Österreicher. Die Cessna kam aus Linz.

Cessna Hessen abgestuerzt Mindestens
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Cessna Hessen abgestuerzt Mindestens
(c) AP (Michael Probst)

Nach dem Absturz eines Kleinflugzeugs nahe Frankfurt am Main wurden fünf Leichen geborgen. Entgegen früheren Annahmen war offenbar doch ein Österreicher unter den Opfern. Am Donnerstagabend waren bereits drei Tote geborgen worden, nachdem das aus Linz kommende Kleinflugzeug in ein Waldstück in der Nähe eines Privatflughafens gestürzt war. Am Freitag wurde in der Nähe des Wracks zwei weitere Leichen gefunden. Einer der Toten ist Österreicher. Die Behörden machen zu ihm vorläufig keine genaueren Angaben und begründen dies damit, dass die Identität zunächst durch einen DNA-Test zweifelsfrei festgestellt werden müsste. Die Angehörigen des Opfers seien durch die deutschen Behörden bereits verständigt worden, sagte ein Sprecher des Außenministeriums.

Die Polizei geht davon aus, dass die Maschine mit fünf Menschen besetzt war. Die genaue Zahl der Insassen war bis zuletzt unklar gewesen. Bei Flügen der Allgemeinen Luftfahrt gibt es keine Passagierlisten, wegen des Schengenabkommens sind auch keine Passkontrollen notwendig.

Unfallursache unklar

Das Flugzeug der Marke Cessna war am frühen Donnerstagabend beim Landeanflug auf den Flughafen Egelsbach aus bisher ungeklärter Ursache in einem Waldgebiet abgestürzt und in Flammen aufgegangen. Es  dürfte zuvor Baumkronen gestreift haben. Die Maschine kam aus Linz.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes hatte die Sichtweite rund acht Kilometer betragen. Es gab aber nach Darstellung der Polizei örtlich starke Nebelbänke. Die deutsche Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung hat die Ermittlungen zur Unglücksursache aufgenommen. Die Unfallstelle liegt etwa vier Kilometer vom Flughafen entfernt.

Nach Angaben einer Flughafensprecherin hatte der Jet bei seinem Anflug auf Egelsbach bereits Funkkontakt mit dem Tower. "Er hat uns gesehen, wir haben ihn gesehen - es war zunächst alles in Ordnung", sagte sie. "Der Pilot hat uns korrekt angeflogen."

Drei Passagiere in Linz zugestiegen

Die Cessna Citation X mit US-Kennzeichen war laut Auskunft des Linzer blue danube airport in Hörsching am Donnerstag gegen 14 Uhr Ortszeit aus Salzburg kommend gelandet und gegen 18.15 Uhr in Richtung Egelsbach gestartet. Der Pilot gab an, dass er in Linz drei Passagiere aufnehme. Tatsächlich wurden drei Personen gesehen, die eingestiegen sind.

Dass der Flugzeugführer einen Co-Piloten hatte, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit anzunehmen. Ob sich in der Maschine noch eine weitere Person befand, als sie aus Salzburg kam, war bis zuletzt unbekannt. Wie erwähnt geht die Polizei in Deutschland nun von fünf Insassen aus, es wurden auch fünf Leichen geborgen.

Hessen: Cessna stürzt in Waldstück

Größter deutscher Privatflughafen

Der Flugplatz Egelsbach liegt nur wenige Kilometer südlich von Frankfurt. Er konzentriert sich vor allem auf Geschäftsreisende in kleineren Flugzeugen sowie Hubschraubern. Nach eigenen Angaben ist er der größte deutsche Privatflugplatz.

Erst im Juni 2010 starb beim Absturz eines Sportflugzeugs nahe des Flugplatzes ein 54-jähriger Passagier. Der 56 Jahre alte Pilot, der wegen eines Strömungsabrisses nach einem Steigflug die Kontrolle über die einmotorige Maschine verloren hatte, wurde schwer verletzt.

Anfang Dezember 2009 waren unweit der jetzigen Unfallstelle drei Geschäftsleute aus dem Raum Offenbach beim Absturz eines zweimotorigen Kleinflugzeugs ums Leben gekommen. Als Unglücksursache wurde damals ein Pilotenfehler ebenfalls im Nebel vermutet.

(APA/dpa)

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