Zugsunglück in Polen fordert mindestens 16 Tote

Zwei Personenzüge sind im Süden Polens frontal zusammengeprallt. Warum einer der beiden Züge auf dem falschen Gleis fuhr, ist noch unklar. 16 Menschen sind tot, über 50 weitere zum Teil schwer verletzt.

POLAND SZCZEKOCINY TRAINS CRASH
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(c) EPA (Jacek Bednarczyk)

Bei einem Frontalzusammenstoß zweier Züge am Samstagabend im Süden Polens sind mindestens 16 Menschen getötet worden. 58 Menschen wurden verletzt, viele davon schwer, teilten die zuständigen Behröden mit. Es wird befürchtet, dass die Zahl der Toten noch weiter steigen könnte. "Dies ist die tragischste Katastrophe seit Jahren", sagte Ministerpräsident Donald Tusk, der noch in der Nacht zu der Unfallstelle geeilt war. "Unser Mitgefühl gilt den Opfern und ihren Familien."

Weitere Leiche befürchtet

Am Sonntagmorgen begannen Arbeiten, die Waggons von den Gleisen zu heben und die letzten Todesopfer zu bergen. Nach Angaben des Innenministers könnten sich noch mehr Opfer in dem Wrack befinden. "Es gibt Anzeichen dass sich noch mindestens eine Leiche im vorderen Teil eines der Züge befindet", sagte Jacek Cichocki. "Wir können nicht ausschließen, dass sich dort noch andere Opfer befinden." Mit Sicherheit könne man dies aber erst sagen, wenn die Wracks geborgen seien.

Das Unglück passierte gegen 21 Uhr in Szczekociny, rund 80 Kilometer nördlich von Krakau in Schlesien. Der aus sechs Wagen bestehende Zug Przemysl-Warschau ist frontal mit dem Zug Warschau-Krakau mit vier Wagen zusammengeprallt. Warum der zweite Zug auf dem falschen Gleis fuhr, ist noch unklar. In beiden Zügen sind rund 350 Passagiere gesessen. Unter den Verletzten waren auch mehrere ukrainische Reisende. An Bord waren auch französische und spanische Passagiere. Sie wurden nicht verletzt.

Zugunglück in Polen: Bilder von der Unglücksstelle

"Es gab keine Notbremsung, es gab nur den Aufprall. Plötzlich wurde es finster und der Zug stoppte", berichtete der Reisende Dariusz Wisniewski dem Fernsehsender TVN 24. Rettungsmannschaften bemühen sich weiter, Passagiere aus den Trümmern zu befreien. An der Unglücksstelle arbeiteten in der Nacht 450 Feuerwehrleute und 100 Polizisten. Zur Versorgung der Verletzten waren Zelte errichtet worden. Neben Krankenwagen waren auch Hubschrauber im Einsatz.

Auf Bildern vom Unfallort waren umgestürzte und schwer zerstörte Eisenbahnwagen zu sehen. Einige Fahrgäste seien in den Trümmern eingeschlossen, teilten Rettungskräfte mit. Ein Feuerwehrmann sagte TVN24, sie seien in Kontakt mit mehreren Menschen, die in den zerstörten Zügen eingeschlossen seien. Den Fernsehbildern zufolge entgleisten zwei Lokomotiven und drei Waggon.

(Ag.)

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