Neue Lehrer-Ausbildung: Der lange Weg in die Klasse

18.11.2012 | 18:10 |  JULIA NEUHAUSER (Die Presse)

Die Regierung hat sich auf ein Grundkonzept für die Lehrerbildung geeinigt. Bereits im Studienjahr 2014/15 soll die neue Ausbildung starten.

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Jahrelang haben sich zahlreiche Expertengruppen mit der Ausarbeitung einer neuen Lehrerausbildung beschäftigt. Ihre Vorschläge wurden gehört, umgesetzt hat sie die Politik nicht. Bei der Regierungsklausur sind ÖVP und SPÖ der neuen Ausbildung für alle Pädagogen erstmals ein großes Stück näher gerückt. Die Parteien haben sich auf ein gemeinsames Konzept geeinigt. Die neue Ausbildung soll in der laufenden Legislaturperiode beschlossen werden und bereits im Studienjahr 2014/15 starten. „Die Presse“ hat nachgezeichnet, welchen Weg angehende Lehrer künftig einschlagen müssen.

Die entscheidendste Neuerung: Künftig werden Lehrer nicht mehr für einen Schultyp (etwa Gymnasium oder Hauptschule), sondern für eine gewisse Altersgruppe ausgebildet. Zu unterscheiden sind der Primarpädagoge, der Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren unterrichtet, und der Sekundarpädagoge, der sich Schülern im Alter von elf bis 19 Jahren widmet. Veränderungen gibt es auch bei der Ausbildung zur Kindergartenpädagogin (siehe Artikel rechts).

Verändern werden sich nicht zuletzt die Aufgaben der Pädagogischen Hochschulen (die derzeit für Volks- und Hauptschullehrer zuständig sind) sowie jene der Unis. Beide Institutionen sollen sowohl die Ausbildung zum Primar- als auch zum Sekundarpädagogen anbieten. Was es dazu braucht, sind Kooperationen. Uni und PH sollen gemeinsam an Curricula arbeiten und Studiengänge im Verbund anbieten. Der sogenannte Zertifizierungsrat wird dabei die Einhaltung von Qualitätsstandards überprüfen. Bei den Uni-Rektoren sorgt das für Unmut (siehe Artikel rechts). Zudem wird es künftig nicht nur an PH, sondern auch an den Unis Eignungsprüfungen geben.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.11.2012)

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9 Kommentare
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Unsinn zum Quadra

das Konzept ist völliger Blödsinn--4 Jahre zum Bachelor-die Besten der Besten werden Ihnen was pfeifen

Zu unterscheiden sind der Primarpädagoge, der Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren unterrichtet, und der Sekundarpädagoge, der sich Schülern im Alter von elf bis 19 Jahren widmet.

Und über die beiden wachen tausende von CHEFPÄDAGOGEN, nämlich die EXPERTEN und die ELTERN, damit ja nicht zu viel Leistung gefordert wird, von den armen, gequälten Schülern.

liebe Fr. Neuhauser

sie haben die Gruppe der Sonderschullehrer vergessen! Hierfür ist ebenfalls die pädagogische Hochschule notwendig. Diese Berufsgruppe unterrichtet Kinder im Alter von 6 bis 18 Jahren, was weder auf Volks-, Hauptschule noch Gymnasium zutrifft! Also nicht vergessen!

Re: liebe Fr. Neuhauser

Sonderschullehrer werden abgeschafft und kommen in die allgemeine Lehrerausbildung.

Liebe Frau Neuhauser,

eine explizite Ausbildung für das Gymnasium gibt es auch derzeit nicht. Was Sie wohl ausdrücken wollen, ist, dass nun auch VolksschullehrerInnen eine akademische sowie ALLE Sekundarstufenlehrer eine gleichwertige Ausbildung erhalten. Wenn jetzt in den NMS die LehrerInnen auch das (une nur das) unterrichten würden, was sie auch studiert haben, dann wäre der letzte Unterschied zwischen AHS und NMS das Klientel...

Re: Liebe Frau Neuhauser,

ihren ersten Satz verstehe ich nicht - was machen denn die Universitäten ?

Re: Re: Liebe Frau Neuhauser,

An den Universitäten werden derzeit Lehramtsstudien angeboten, die Voraussetzung für die Anstellung für diese Fächer an einem Gymnasium, einer Handelsakademie, einer HTL, einer HBLA, einer Fachschule, einer BAKIP usw. gefordert werden. Da gibts keine Einschränkung auf eine bestimmte Schulform...

Liebe Frau Neuhauser


Lehramt an der Uni

An den Universitäten werden derzeit Lehramtsstudien angeboten, die Voraussetzung für die Anstellung für diese Fächer an einem Gymnasium, einer Handelsakademie, einer HTL, einer HBLA, einer Fachschule, einer BAKIP usw. gefordert werden. Da gibts keine Einschränkung auf eine bestimmte Schulform...

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