Schülerzahlen: AHS-Oberstufe boomt

20.11.2012 | 12:43 |   (DiePresse.com)

Auch die Kindergartenschulen sind in der Beliebtheit gestiegen. Die Hauptschule dagegen ist der große Verlierer.

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Die Oberstufen an den allgemeinbildenden höheren Schulen sowie die Bildungsanstalten für Kindergarten- bzw. Sozialpädagogik sind die "Boomschulen" des vergangenen Jahrzehnts. Das zeigen die neuesten Zahlen der Statistik Austria. Im Zehn-Jahres-Vergleich legten die AHS-Oberstufen von rund 76.200 auf 90.700 Schüler zu, das entspricht einem Plus von 19,1 Prozent. BAKIP und BASOP verzeichneten in den vergangenen zehn Jahren gar einen Anstieg von 9000 auf 11.100 Schüler (plus 22,9 Prozent). Insgesamt gab es im abgelaufenen Schuljahr im Vergleich zu vor zehn Jahren einen Schülerrückgang von 6,5 Prozent, das entspricht einem absoluten Minus von rund 77.000 Schülern.

Weitere Trends: Der Schülerrückgang an den Volksschulen ist zumindest kurzfristig gestoppt. Im Zehn-Jahres-Vergleich ging die Volksschülerzahl allerdings um über 59.000 Kinder zurück (minus 15,3 Prozent). In den nächsten vier Jahren prognostizieren die Statistiker einen erneuten Rückgang auf unter 326.000, ab 2017 kann mit einer Trendumkehr und wieder leicht ansteigenden Kinderzahlen gerechnet werden.

Hauptschule größter Verlierer

Großer Verlierer unter den Schultypen war die Hauptschule. Neben dem mangelnden Nachschub aus der Volksschule wird sie auch von der neu eingeführten Neuen Mittelschule (NMS) aufgerieben: In den letzten zehn Jahren ging die Hauptschülerzahl von rund 265.800 auf 163.700 zurück (minus 38,4 Prozent). Spätestens 2018 sollen die Hauptschulen komplett von den NMS abgelöst werden. 2011/12 besuchten bereits rund 56.600 Schüler eine NMS - und das fast ausschließlich (zu 95,1 Prozent) an bestehenden bzw. ehemaligen Hauptschulstandorten.

(c) APA

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Dementsprechend gut gehalten hat sich die AHS-Unterstufe: Rund 109.200 Schüler bedeuten trotz Geburtenrückgangs im Zehn-Jahres-Vergleich ein Minus von 0,9 Prozent - vom Höchststand im Schuljahr 2007/08 mit rund 117.700 Schülern ist man aber weit entfernt. Laut Statistik Austria ist der rückläufige Schulbesuch an AHS-Unterstufen "allein auf den Geburtenrückgang zurückzuführen und nicht auf die Einführung der Neuen Mittelschule".

Leichter Rückgang bei BHS

Die berufsbildenden höheren Schulen (BHS) verzeichneten 2011/12 erstmals wieder einen leichten Rückgang. Mit rund 137.200 Schülern wurden dort um rund 400 Jugendliche weniger unterrichtet als im Jahr davor (minus 0,3 Prozent). Im Zehn-Jahres-Vergleich kommen sie aber trotzdem noch auf ein stattliches Plus von 8,5 Prozent , wobei der Anstieg allerdings geringer ausfällt als an AHS-Oberstufen, BAKIP und BASOP.

Stark verloren haben sowohl gegenüber dem Vorjahr (minus 4,3 Prozent) als auch im Zehn-Jahres-Vergleich (minus 8,7 Prozent) die Polytechnischen Schulen. Die Berufsschulen (2011/12: 134.300) haben gegenüber dem Vorjahr leicht verloren (minus 2,6 Prozent), im Zehn-Jahres-Vergleich aber leicht gewonnen (plus 2,8 Prozent). Die Sonderschulen (2011/12: 13.700) kamen auf ein Plus von 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr bzw. 3,1 Prozent gegenüber 2001/02.

(APA)

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15 Kommentare
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Täuschung

Die Schüler, die derAHS die tollen Zahlen einbringen, sind genau die, deren Eltern dann über den hohen Bedarf an Nachhilfestunden jammern und über das Schulsystem schimpfen. Viele dieser AHS-Schüler wären nämlich keine und gehören dort nicht hin.

Apfel gleich Birne

ich kann doch bei ungleichen Gesamtzahlen keine %uellen Veränderungen darstellen!

wenn man gewichtet, sieht das ganz anders aus!

dickes Minus an die Statistiker und die Journalisten, die das so interpretieren!

Re: Apfel gleich Birne

naja, sind halt auch alle produkte unseres schulwesens ;-)

inwieweit wurde

bei dieser milchmädchenrchnung die bevölkerungsentwicklung berücksichtigt? wenns 50.000 kinder weniger gibt als vor 10 jahren schauen die 70.000 schüler weniger gleich anders aus, oder?

Statistik für die Rundablage

Die staatliche Statistik Austria produziert in letzter Zeit auffällig oft Wegwerf-Statistiken. Der Informationswert der Rechenkünste ist enden wollend, weil keine intelligenten Vergleiche angestellt werden. (Die wirklich wichtigen Fragestellungen, die die Strategien dieser Regierung messen könnten, dürfen nicht gerechnet, oder zumindest nicht veröffentlicht werden - so schaut's aus!) Interessant wären z.B. die Informationen über die Wanderung von einem Schultyp einer Stufe zu einem anderen der gleichen Stufe mit einer regionalen Verteilung. Dass durch die viel zu kostenintensive Schaffung der NMS auf Staatskosten (im Vergleich zu den positiven Ergebnissen dieser Neuerung - soweit sie bereits sichtbar sind) die Schüler in Zukunft in der NMS sitzen, ist wohl zu erwarten. Oder wollt's uns pflanzen? Die allerwichtigste Frage in Österreich ist wohl das Restlessen: woher kommen die Durchfaller und wo landen sie? Da wartet nämlich die wirkliche Arbeit!

Die Hauptschule dagegen ist der große Verlierer.

Dort sitzenvorwiegend jene Schüler, die kaum Deutsch verstehen und gar nicht verstehen wollen!

Angestrebter Berufe: Systengastronomie im Kebab Bereich und schlicht und einfach CHEF!

Re: Die Hauptschule dagegen ist der große Verlierer.

Genau so wie es die Stimme der Wirtschaft sagt: Karriere mit Lehre und Matura und CHEFE im 2 ten Teil folgt dann der Hinweiß auf das richtige Parteibuch- aber das geht erst nach den Wahlen- wenn man weis was einen noch untersteht !

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Re: Die Hauptschule dagegen ist der große Verlierer.

Naja, da es ja keine Oberstufe in den Hauptschulen oder Statistiken zur Unterstufe des Gymnasiums gibt kann man es schwer vergleichen.

Re: Die Hauptschule dagegen ist der große Verlierer.

in wien.

Scherz?

"ab 2017 kann mit einer Trendumkehr und wieder leicht ansteigenden Kinderzahlen gerechnet werden."

What the hell? Woher will die Statistik austria das wissen? Haben diese Leute Einblick in die Familienplanung sämtlicher Öserreicher? Die Glaskugelabteilung bei der Arbeit...

Ist bis dahin mit einer Einigung bezüglich Familienbeihilfe zu rechnen? Oder kippt die Regierung Aphrodisiaka in unser Leitungswasser? Villeicht machen die rosigen Zukunftsprognosen für den Euroraum ja fruchtbar...

kleiner Tipp:

2017 - 6 = 2011

Re: kleiner Tipp:

zumindest für ein Jahr kann man also was sagen, darüber hinaus allerdings nicht wirklich, insofern haben Sie recht.

Re: Re: kleiner Tipp:

Deswegen habe ich ja das "ab" mit zitiert =)

Hm.

Müsst ma halt was initiieren, z. B. geheime Pille-Placebo-Feldstudie, Österreichcard für Zuwanderer mit traditionell hohen Fertilisationsraten, ...

Re: Scherz?

Mann kann nie sagen ob es mit den Kinderzahlen wieder aufwärts geht. Kann ja sein das irgendwann wieder ein Babyboom kommt. (Hoffentlich)

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