Eltern meiden Schulen mit hohem Migrantenanteil

03.12.2012 | 11:37 |  Von Bernadette Bayrhammer (DiePresse.com)

Die Schulwahl verstärkt bereits ab der Volksschule die soziale Spaltung der Gesellschaft. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle deutsche Studie. Ähnliche Tendenzen gibt es auch in Österreich.

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Berlin/Wien. Gerade Eltern aus der Mittelschicht wollen das Beste für ihr Kind – und verschlechtern dadurch bisweilen ungewollt die Bedingungen für Kinder mit Migrationshintergrund. Das Problem: Viele Eltern, die ihren Kindern einen guten Start ermöglichen wollen, schicken sie auf Volksschulen mit einem geringen Ausländeranteil. So lautet das Fazit einer aktuellen Kurzstudie des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR).

In Berlin gehe bereits rund ein Drittel der migrantischen Volksschüler auf Schulen, in denen die meisten Mitschüler ausländischer Herkunft sind, heißt es in der Studie. Sechs von sieben deutschen Schülern besuchen dagegen Schulen mit mehrheitlich deutschstämmigen Kindern. Das sei nur teilweise dadurch zu erklären, dass in bestimmten Bezirken eben mehr Migrantenfamilien leben als in anderen, heißt es in der Studie. Es sei auch die Schulwahl durch die Eltern, die die soziale Spaltung verschärfe. Denn üblicherweise wird die Schule in den meisten deutschen Bundesländern zwar von den Behörden zugewiesen – die Eltern können sich aber darüber hinwegsetzen.

Für die Studie hat der SVR Daten von 108 Berliner Volksschulen und den entsprechenden Wohnbezirken ausgewertet. Ergebnis: In jeder fünften ist der Ausländeranteil doppelt so hoch wie der unter den Kindern im Bezirk. Sprich: Eigentlich sollten mehr deutsche Schüler diese Schulen besuchen. Umgekehrt ist auch der Anteil deutschstämmiger Kinder in jeder vierten Volksschule höher als er statistisch gesehen sein sollte. Eltern würden Schulen mit hohem Migrantenanteil oft meiden, weil sie diese mit schlechten Lernmöglichkeiten und problematischem Umfeld assoziieren. Und nicht zuletzt, weil ihnen fundierte Informationen über die Qualität von Schulen fehlen.

Für die verbliebenen (Migranten-)kinder bedeute die Segregation schlechtere Lernchancen: Viele von ihnen seien bereits aufgrund ihrer sozialen Herkunft benachteiligt, mangelhafte Deutschkenntnisse der Mitschüler würden den Spracherwerb erschweren.

Tendenz auch in Österreich

Nicht nur in Berlin gibt es das Phänomen, heißt es in der Studie: Die Ergebnisse seien beispielhaft für die Lage in westdeutschen Großstädten. Auf Österreich kann man die Ergebnisse zumindest teilweise umlegen. „In österreichischen Ballungszentren findet man dasselbe Muster wieder“, sagt der Soziologe Kenan Güngör. Zumal die Schulwahl in Städten wie Wien, Graz oder Salzburg (zumindest theoretisch) frei ist, Kinder also nicht automatisch der am nächsten gelegenen Volksschule zugewiesen werden. Detailauswertungen gibt es für Österreich aber nicht.

Erzwingen könne man eine stärkere Durchmischung übrigens nicht, sagt der Migrationsforscher Heinz Fassmann. Vielmehr solle das kompensiert werden, was in den Augen der Eltern der Nachteil der von ihnen gemiedenen Schulen sei: die Lernmöglichkeiten, etwa durch mehr Mittel, bessere Ausstattung oder mehr Lehrer. So könne die Attraktivität der Schulen für die Mittelschicht steigen.

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75 Kommentare
 
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'Wasser predigen, Wien trinken'

Ich erwarte, dass die Glawischnig und Co., ihre Kinder in eine Migrantenschule geben.

Re: 'Wasser predigen, Wien trinken'

Ich auch...!

In der Schule dürfte nur die Landessprache gesprochen werden

Egal wo in Europa. Sobald das Schulhaus betreten wird, müsste zwingend die Landessprache gesprochen werden. Das klingt fanatisch. Ist jedoch die einzige Möglichkeit konsequent die Sprache des Landes, in dem Kinder aufgrund ihrer Eltern leben, ordentlich zu lernen. Vor 25 Jahren wurde in den meisten Wiener Schulen auch in den Pausen fast noch lückenlos Deutsch gesprochen. Das ist Geschichte. Schüler mit türkischem oder ex-jugoslawischem Hintergrund denken heute meistens nicht mehr im geringsten daran, während der Pausen Deutsch zu sprechen. Es ist ihnen völlig egal, ob sie von den "nur" Deutsch sprechenden Klassenkameraden verstanden werden. Die werden somit von der Kommunikation rücksichtslos ausgeschlossen.
Wie ist es Eltern, die ihren Kindern gute Bildung ermöglichen wollen, zu verargen, wenn sie öffentliche Schulen ablehnen? In den BHS sitzen in Wien oft zwischen 70 und 75 % Schüler nicht deutscher Muttersprache. Viele sprechen nicht akzentfrei und haben mit dem sprachlichen Hintergrund Probleme. Das wirkt sich äußerst negativ auf das sinnerfassende Lesen und somit auf das Klassenniveau aus.

Kompletes Unverständnis

Als Maturant finde ich die Ignoranz und Unwissenheit in diesem Forum schockierend.

In meiner Klasse sind nur ein Viertel der Schüler "Reinrassig" wie es die Meisten hier ausdrücken würden. Der Prozentanteil an Nicht-Migranten ist also im Verlauf von der ersten zur letzten Klasse gesunken.

Und zur Kritik am Ghettoslang kann man nur anmerken, dass unser geliebtes Wienerisch ein Produkt der multikulturellen Geschichte Wiens.


Re: Kompletes Unverständnis

und wieso ist der Prozentsatz der Nicht-Migranten gesunken? Wo sind denn die anderen hinverschwunden?

wieso migranten

ich denk nicht, dass sich jemand an den deutschen, phillipinischen, dominikanischen, us-amerikanischen, britischen, ungarischen,... kindern stört.
man sollte die probleme endlich beim namen nennen. die meisten problemkinder kommen aus familien aus islamischen ländern.

Re: wieso migranten

seien Sie bitte genauer- sonst wird das Argument nie angenommen:

es gibt gebildete Muslime in Wien: meist Iraner, viele Araber

Türken kommen aber meist wirklich aus Regionen mit bidungsferneren Familien

Jeder Mensch ist anders, aber es gibt eindeutige Tendenzen- arbeite in dem Bereich

noch bildungsferner erlebe Ich Serben. wieso redet da niemand? Serbische Roma sagen selber oft, dass Schule ihrer Meinung nach nicht viel helfe

Türken erlebe ich oft als fleißiger als Serben - schließlich hat man eine konservative Religion- Partymachen ist da etwas verpönt


Re: wieso migranten

Ja stimmt pitcher55 man sollte es Probleme endlich beim Namen nennen das Problem sind gehau die Österreicher selber ich kann davon ein Lied singen ich moslem mein Frau ex christin sie hat ihre matura in mittlerem Management meine Kinder 14 und 4 und mein großer hatte immer probleme anscheinen schlägt er und stört im untericht und so weiter ich frag im was da los ist und so er mir die Kinder gehen auf im los mit religions beschimpfungen und er soll sein kleinen Bruder sexuelle was machen und so weite so und er natürlich haut zu hat total recht verstentlich Ne ?? Von EOS kommen solche Sachen ??? Ja genau von asozialen Österreicheischen Familien so kommen wir zu Schule schlechte Noten obwohl er lernt und mein Frau mit im und so wir alle in der Familie wissen da past was nicht logisch dumm ist er nicht ich krach in die Schule rein sag den Direktor und den Lehrer mal was Sache ist und aufeinmal hat er nur 1 und 2er yaaa genau Rassismus und diskriminurung ist normal in Österreich und die Österreichischen Familien naja da sage ich nichts wen man nicht mal Kinder erzihen kann sollte man keine Kinder machen sonst werden sie genau so asozialen wie die Eltern !!! Und pitcher neunmal kluger hast du überaubt eine Ahnung von dein Religion? ?? Zu 1000% mal Nein aber labern so kenn ich die Österreicher !!! Schaut mal zuhause bin mir sicher das es da genug Problemein gibt aber eigene sind ja nicht so interessant neee????? Und euer rassismus stinkt gewaltig !!!!

Re: Re: wieso migranten

Dieser Kommentar zeigt ganz deutlich, was mit dem Deutsch-Niveau passiert...

Re: Re: wieso migranten

Wieso haben nicht Sie konvertiert, sondern Ihre Frau?

Re: Re: Re: wieso migranten

Ganz einfach ich bete keine Götzen an !!!

Re: Re: Re: Re: wieso migranten

Welche wären das, Ihrem Erkenntnisstand nach?

Re: Re: Re: Re: Re: wieso migranten

Naja schauen sie ich war selber ein Mensch was an nichts geglaubt hat ich habe alles gegessen und gemacht und die Erkenntnis ist die das es jeder für sichsselber enscheiden muss und sie sind Christ??? Jetzt sagen sie uns doch wie hofft sie in der Kirche sind ? Ich glaube nämlich das sie eine Kirche auch nur von tv kennen aber ist ja auch nicht schlimm man weiß ja das viele Leute was reden und nichts wissen ! Ich habe die heilige Bibel zuhause kenn sie haben sie ein Bibel und Koran zuhause ??? Zu 1000% Nein was labern sie dann bitte ??? Ruhig bleiben und nichts sagen wen man nichts weiß danke

Re: Re: Re: Re: Re: Re: wieso migranten

Interessant, dass Sie es schaffen, in 10 Zeilen eine einzige Frage nicht zu beantworten. So schwer ist sie doch nicht.
Auf Ihre Sie disqualifizierenden Pöbeleien gehe ich gar nicht erst ein.

Re: wieso migranten

und woher wissen sie das? unterrichten sie an einer schule, in der viele islamische kinder sind?

ich schon! und ich kann ihnen sagen, probleme (abgesehen von manchen unterstuflern, die halt ohnehin zu schwach sind und oberstuflern, die gerne im café sitzen) sind nicht wirklich vorzufinden...

Re: Re: wieso migranten

ja. tue ich. und zwar nicht wie sie an einer ahs, sondern an einer mittelschule.
sie haben nur "gefiltertes" publikum, daher ihre leugnung von realitäten.

Re: wieso migranten

stimmt haargenau, diese Gruppe macht die Probleme, nicht nur hier in Europa, sondern wo immer sie auch sind.

Schulzwang

Warten sie bis die EUdSSR steht, dann gibt es Durchmischungspflicht, mit Ausnahmen für Politikerkinder.

Umdenken

Villeicht wären eigene Schulen für Imigranten gar nicht so sclecht denn immerhin könnte man den Deutschunterricht in solchen fokusieren.

Ja, ja ein Werk von

Caritas, Diakonie, Grünen und Sozialisten, ...
Was bleibt, neben hohen Steuerleistungen zusätzliche Kosten für Privatkindergarten, Privatschule, ...

Re: Ja, ja ein Werk von

vorallem jene, welche Multikulti fordern schicken ihre Kinder in Privatschulen ohne Migrationskinder, aber diese Statistik wird nicht veröffentlicht.

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als ehm. Schüler

in meiner schulischen Laufbahn hatte ich die verschiedenste Varianten. Von der Volksschule (Europäische Mittelschule) bis zur HTL in Hollabrunn. Probleme gab es nur wenn der Anteil einer Migrationsgruppe so groß war, dass im Sport etc nicht mehr Deutsch Hauptsprache war.

Mit der neuen Mittelschule wird alles besser!

Da sind sie dann ganz unter sich und werden nicht durch lästige Mitschüler mit deutscher Muttersprache gestört!

Danke Frau Minister!

Lösung

Alle Kinder von Politikern in die Migrantenschulen zur besseren Durchmischung.

Re: Lösung

Frage: Wieviel Kinder von SPÖ-Politikern besuchen eigentlich die Neue Mittelschule? Gibt es da schon Zahlen?

Re: Re: Lösung

haben die überhaupt noch Kinder ?

 
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